Bei der jährlichen Weihnachts-Singe-Woche in der Zeit vom 27. bis zum 31. Dezember in Seelingstädt machten sich junge Menschen des Bistums Dresden-Meißen kurz nach Weihnachten auf den Weg, trafen sich an einem gemeinsamen Ort, bekamen bunte Papphefter in die Hand, und dann ging es los: das Singen im Chor und das Musizieren in der Band.

In diesem Jahr führte die Weihnachts-Singe-Woche, kurz WeiSiWo, 44 Teilnehmende nach Seelingstädt in Thüringen. Unter ihnen vier Litauerinnen aus dem Partnerbistum Vilnus. Im Zentrum stand die Musik und damit die zahlreichen Proben. Dennoch fand sich auch Zeit für das persönliche Kennenlernen und gemeinsame Aktionen an der frischen Luft. Das viele Proben ist den engagierten jungen Menschen wichtig, denn all ihre Mühe mündete in die Auftritte in umliegenden Gemeinden. In diesem Jahr brachte die WeiSiWo ihre Musik in die Herz-Jesu-Gemeinde in Plauen und am letzten Tag des Jahres in die St. Franziskus-Kirche in Crimmitschau. Die jungen Singenden verzauberten, besannen und begeisterten ihr Publikum mit elf Liedern, die von elf verschiedenen Dirigenten und Dirigentinnen geleitet wurden.

Eine Besonderheit dieses Projektes: die musikalische Leitung liegt nicht etwa in den Händen eines ausgebildeten Kirchenmusikers, sondern in den Händen der jungen Leute selbst. Wer will, darf ein Lied vorab mitbringen und es mit Chor und Band einstudieren. Das Alter und die Erfahrung der Neugierigen spielen dabei keine Rolle. Damit Unsicherheiten und Aufregung dennoch nicht zu viel Raum einnehmen, wurden die Chorleiter auch in diesem Jahr von Ehrenamtlichen in der Chor- und Bandarbeit unterstützt: vier WeiSiWo-Erfahrene, junge Erwachsene gaben ihr Wissen und ihre Ideen weiter.

Zwischen all dem Singen, Proben, Kennenlernen, das auf Grund der internationalen Gäste auf Englisch stattfand, braucht es manchmal Zeit, sich auf die Inhalte der Lieder zu besinnen. Und auf sich selbst, das Ende des Jahres und auf das Jahr, das vor einem liegt. In täglichen Morgen- und Abendgebeten lauschten die Teilnehmenden daher den Worten ehemaliger WeiSiWo-ler der vergangenen 22 Jahre. Welches Lied hat sie damals besonders berührt und warum? Und was kann ich daraus für mich und die Lieder, die wir heute singen, lernen? Was singe ich da eigentlich? Und wovon will ich singen? Was will ich den Menschen, die zuhören, vermitteln? Welches Gefühl? Welche Aussage? Was soll Gott von mir hören, und: habe ich überhaupt etwas zu sagen?

Die letzte Frage beantworten die Jugendlichen seit Jahren beim WeiSiWo-Projekt selbst, denn es ist beinahe zur Mode geworden, eigene Texte, Melodien und Arrangements mitzubringen. Und dann können sie spüren, was Beten heißt: beten heißt ruhen, dankbar sein, klagen und schreien. Beten heißt lauthals zu lachen und zu weinen und beten heißt auf jeden Fall auch Party und das Leben zu feiern.

Wer bei Melodien und Texten genauer hinhört, kann die jungen Menschen beten hören, wenn es da zum Beispiel in Wiebke Wenigs Lied "Du bist da" heißt: „Einer weiß wie du denkst, was du glaubst und hält dich, wenn du fällst (…) Es ist gut zu teiln, denn was dich zerreißt – halten immer zwei.“ - eine Gewissheit, die die Teilnehmenden der WeiSiWo und alle, die ihnen zuhörten, mit ins neue Jahr nehmen konnten.

Beitrag: Luise Binder, Fotos: Christian Langrzik

31.12.2018: WeiSiWo-Konzert in Crimmitschau_1Die jungen Teilnehmenden der WeiSiWo präsentierten begeistert die Ergebnisse ihrer Probe-Woche.

31.12.2018: WeiSiWo-Konzert in Crimmitschau_2Eine Band begleitete den Auftritt.

31.12.2018: WeiSiWo-Konzert in Crimmitschau_3Verschiedene Dirigenten und Dirigentinnen leiteten das WeiSiWo-Ensemble.

31.12.2018: WeiSiWo-Konzert in Crimmitschau_4Beim Auftritt in der St. Franziskus-Kirche in Crimmitschau.

Zum Herunterladen:

Stand: 22.04.2019

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