In der Zwickauer Region sollen die Pfarreien fusionieren. Neben Verständnis gibt's bei einigen Bauchschmerzen.

Dekan Markus Böhme, Pfarrer der katholischen Pfarreien "Heilige Familie" und "St. Franziskus" in Zwickau, steht vor einer Mammutaufgabe: Der 44-Jährige soll innerhalb von drei Jahren zehn selbstständige Pfarreien zur Großpfarrei zusammenführen. Dazu hatte der Gottesmann von Heinrich Timmerevers, Bischof von Dresden-Meißen, den Auftrag erhalten. Er wurde offiziell zum Leiter der Verantwortungsgemeinschaft ernannt. Zur künftigen Großpfarrei, die dann rund 7900 Katholiken zählt, gehören folgenden Pfarreien: "St. Franziskus von Assisi" in Crimmitschau, "Mariä Himmelfahrt" in Glauchau, "St. Pius X." in Hohenstein-Ernstthal, "Maria, Königin des Friedens" in Kirchberg, "Mutterschaft Mariens" in Meerane, "St. Martin" in Waldenburg, "St. Bonifatius" in Werdau sowie "Heilige Familie", "St. Johann Nepomuk" und "St. Franziskus" (alle Zwickau).
Noch ist unklar, wo sich der Hauptsitz der Großpfarrei befinden wird. Laut Böhme ist ein wichtiges Kriterium die Anzahl der Sitzplätze, die in den Kirchen von 120 bis 430 reicht. "Auch Parkplatzsituation, Anbindung an öffentlichen Nahverkehr und Barrierefreiheit müssen betrachtet werden", so Böhme. Dass sich die Fusion mehrere Jahre hinzieht, begründet er mit der Vielzahl von organisatorischen Angelegenheiten wie die Überführung der eigenständigen Pfarreien in die neue Rechtsträgerschaft. Gleichzeitig erfolge eine Bestandsaufnahme der Immobilien.

Böhme spricht von einem historischen Einschnitt in das Leben der Pfarreien. Er stellte in dem Zusammenhang erneut klar, dass sich vor dem Hintergrund des Demografie-Wandels die Kirche den eigenen und gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen muss. "Die Leute müssen lernen, dass Seelsorge und kirchliche Gemeindearbeit anders funktionieren müssen", so Böhme. So könne der vom Bistum vorgegebene Personaleinsatzplan bis 2025 erfüllt werden. Der sieht lediglich vier Priester und zwei Gemeindereferenten vor. "Auch in Zukunft versuchen wir, viel vor Ort zu machen. Einiges wird aber wegfallen", so Böhme. Wo künftig und in welchem Umfang Gottesdienste, Taufen und Seelsorge möglich sind, das müsse im Prozess der Fusion geklärt werden.

Genau das bereitet Markus Olbrich, Chef des Pfarrgemeinderates der Gemeinde "St. Johann Nepomuk", Bauchschmerzen. "Mir macht das riesige Gebiet Angst", so der 39-Jährige. Er wisse aber auch, dass dieser Weg alternativlos sei. Auch in den Pfarreien Waldenburg und Meerane werde seit Längerem auf die Überalterung des Personals hingewiesen. Olbrich wundert sich daher kaum, dass dort die Zusammenlegung begrüßt wird. Im vergangenen Jahr zählte das Bistum Dresden-Meißen 142.430 Katholiken. Das waren 460 Gläubige weniger als 2016.

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Stand: 24.06.2019

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