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Die Sternsinger aus der Werdauer katholischen Gemeinde St. Bonifatius sind wieder unterwegs. Zunächst werden sich die Kinder am Samstag zu einem Aktionstag treffen und sich unter anderem damit beschäftigen, wie es Kindern in Bolivien (Südamerika) geht. Für sie werden dieses Jahr Spenden gesammelt. Am Nachmittag besuchen die Mädchen und Jungen dann Menschen in ihren Wohnungen, um zu singen. Am Sonntag ist ein festlicher Sternsinger-Gottesdienst in Werdau geplant. Am Montag sind die Werdauer Vorschul-Sternsinger in der Region unterwegs. Und am 5. Januar sind der Besuch der Kindertagesstätte "Kinderland" und des Rathauses geplant. (ja)

Seit einer Woche ist Ludger Kauder der neue katholische Pfarrer für Werdau, Crimmitschau und Fraureuth.

Ludger Kauder kommt nicht auf leisen Sohlen, sondern schnell zum Punkt. Etwa wenn der neue katholische Pfarrer für Werdau, Crimmitschau und die umliegenden Dörfer Sätze sagt wie: "Wir müssen offen für alle sein - auch auf die Gefahr hin, dass dann irgendwer meint, es regnet rein oder man ist nicht ganz dicht." Der 51-Jährige muss es wissen. Denn zu seinen früheren Schäfchen der vorherigen Pfarrei in Riesa gehörten mit Holger Apfel, einst NPD-Landesvorsitzender, und seiner Frau auch mindestens zwei dunkelbraune. Doch das Paar gewissermaßen aus der Kirche zu werfen, kam für den Pfarrer nie infrage: "Dass wir die NPD beschissen finden, wissen wir", sagte er vor Jahren in Don-Camillo-Manier einer Zeitung. "Dass wir den Apfel dulden müssen, wissen wir aber auch." So ist das in der Kirche, die Sünder nicht ab-, sondern ihnen den Weg weisen soll.

Eigentlich aber stört Kauder das Thema - nicht weil er ihm ausweichen will. Doch die Causa Apfel ist nicht mehr in seiner Obhut. Voriges Jahr ist der Ex-Politiker nach Mallorca ausgewandert. Kauder wiederum, der bis 1990 nach altsprachlichen Kursen in Schöneiche katholische Theologie in Erfurt studierte, würde man allein mit dem Verweis auf den Umgang mit den früheren Problemschafen nicht gerecht. Der Pfarrer aber spricht lieber erst einmal - gar nicht. Schaut stattdessen denjenigen eindringlich an, der da um ein Gespräch bittet, kaum dass der Priester auch nur seine Koffer ausgepackt hat. Um den Gast dann verbal nicht eben zimperlich zu kitzeln mit einem "Ich habe nur 20 Minuten" - als Willkommensgruß.

Dann aber hört er zu, wiegt bei mancher Frage bedächtig den Kopf und sagt schließlich, er brauche noch Zeit - um sich einzufinden am neuen Ort. Er bittet um Offenheit füreinander wie auch um Verständnis dafür, dass er sich schwertue mit Menschen, die ihr Handeln allein damit begründeten, dass etwas "schon immer so war". Bis auf Weiteres sei er vorerst damit befasst, "Informationen aufzusaugen, zu schauen, wie was funktioniert, wer wer ist" - das Übliche also bei Ortswechseln, unabhängig von der Profession. Für Kauder ist es mittlerweile der fünfte nach der Priesterweihe 1992 in Dresden, Kaplansjahren in Glauchau und Zittau bis 1999, der ersten Pfarrstelle im ostsächsischen Leutersdorf und den vergangenen neun Jahren in Riesa.

Eine Schonzeit gönnte sich der gebürtige Crimmitschauer, der im thüringischen Gößnitz aufwuchs, in seiner ersten Woche in der Region nicht: Er hat die Heilige Messe gelesen, sich mit Senioren getroffen, Religionsunterricht erteilt. Bei letzterem sei den jungen Leuten zuerst "das viel neuere Handy" aufgefallen, das er im Vergleich zu Vorgänger Michael Gehrke bei sich trage. Doch dabei wird es wohl nicht bleiben; jeder Mensch ist anders. Auf den eher zurückhaltenden Gehrke, der eine Pfarrei in Dresden übernommen hat, folgt mit Kauder eine Art Don Camillo - lange lässt ihn der Vergleich schmunzeln: Einmal ist er sehr direkt, anders als man sich einen katholischen Priester landläufig vorstellt, ziemlich schlagfertig auch, dann wieder ungemein einfühlsam, liebenswürdig.

Vielleicht ist das keine schlechte Voraussetzung für eine katholische Kirche, die zwar in den Großstadtpfarreien Leipzigs oder Dresdens zulegt, auf dem Lande aber zusammenschnurrt. Kauder hält denn auch die aktuelle Lage mit jener Zeit vor den Weltkriegen für vergleichbar, die viele katholische Flüchtlinge nach Sachsen brachten: Heute gibt es wieder weniger Katholiken als in den 50er-, 60er-Jahren, auch weniger Priester - und die müssen wie einst große Entfernungen zurücklegen. Dabei sei das Areal, das Kauder nun unter seinen Fittichen hat, viel kleiner als das vorher um Riesa. Hatte er dort Katholiken auf 1000 Quadratkilometern zu betreuen, seien es nun 260. "Das ist wie einmal über den Hof fahren", findet er schmunzelnd.

Und dann sind sie vorüber, Kauders 20 Minuten, tatsächlich waren es - Eineinviertelstunden. (Michael Kunze/FP)

Pfarrer Ludger Kauder (Foto: Thomas Michel)Kann auch keck: Ludger Kauder, der neue katholische Pfarrer für die Region vor Werdaus Kirche "St. Bonifatius". (Foto: Thomas Michel/FP)

Interview mit Pfarrer Michael Gehrke

Pfarrer Gehrke zur Verabschiedung (Foto: Holger Frenzel)In den katholischen Gemeinden in Crimmitschau und Werdau gibt es einen Pfarrerwechsel. Michael Gehrke verlässt am Ende des Monats die Pleiße-Region. Seine Aufgabe übernimmt Ludger Kauder. Holger Frenzel führte mit Michael Gehrke das folgende Interview.

Warum haben Sie sich für den Abschied aus Westsachsenentschieden?
Ich habe in der Vergangenheit immer wieder von Anderen eingefunden, dass sie bei Entscheidungsprozessen nicht nur an sich selbst denken und den Blick auf die gesamte Entwicklung werfen sollen. Der Grundsatz gilt natürlich auch für meine Person. Die Stelle in Dresden-Zschachwitz ist seit zehn Monaten vakant. Dafür wurde ein Pfarrer gesucht, der weder Berufsanfänger noch kurz vor dem Rentenbeginn ist. Dafür kommen im Bistum nicht so viele Personen in Frage. Deshalb gab es von mir die Zustimmung zum Wechsel. Wenn die Frage nach meinem Wunsch kommt: Ich wäre lieber länger in Westsachsen geblieben.

Wann findet die Verabschiedung in Crimmitschau und in Werdau statt?
Am Samstag in der St. Johanniskirche in Crimmitschau und am Sonntag in der St. Bonifatiuskirche in Werdau. Beginn ist jeweils 14 Uhr. Im Anschluss wird es Kaffeetrinken im Piusheim in Crimmitschau beziehungsweise ein geselliges Beisammensein im Pfarrsaal in Werdau geben.

Welche Erinnerungen nehmen Sie aus der Region mit?
Vor allem die vielen Kontakte, die es mit den Menschen - sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kirchgemeinden - gab. Ich habe zehn Jahre in Crimmitschau gelebt. Je länger ich in der Stadt war, desto mehr Gespräche gab es mit den Menschen. Diese Kleinteiligkeit war sehr wichtig.

Warum haben Sie bisher nicht den Bau der St.-Franziskuskapelle in Crimmitschau, die vor zwei Jahren fertiggestellt wurde, erwähnt?
So ein Vorhaben ist mit Sicherheit äußerlich wahrnehmbar. Es gehört aber nicht zu den Hauptaufgaben meiner Arbeit. Egal ob Veranstaltungen - wie dem Gospelworkshop - oder der Neubau der Kapelle: Dabei handelt es sich um Dinge, bei denen ich die Kirchgemeinde begleiten durfte. Sie wurden aber von anderen Leuten angeschoben.

Was braucht ihr Nachfolger Ludger Kauder?
Ein offenes Herz und viel Energie.

Foto: Blick/Holger Frenzel

Nach zwölf Jahren beendet Michael Gehrke seine Tätigkeit in der Pleiße-Region. Der Geistliche wechselt nach Dresden.

Pfarrer Michael Gehrke packt die Umzugskartons. Der 50-Jährige wird zum Ende des Monats die katholischen Pfarrgemeinden von Crimmitschau und Werdau verlassen. Er wechselt in die Pfarrei "Heilige Familie" in Dresden-Zschachwitz. "Wenn es nach meinem Wunsch gegangen wäre, hätte ich gern die Arbeit in Crimmitschau und in Werdau fortgesetzt", sagt Michael Gehrke. In der Vergangenheit hat er von Mitstreitern immer wieder gefordert, dass sie Entscheidungen nicht nur mit Blick auf die eigene Situation treffen. Diese persönliche Einstellung hat nun auch zum Wechsel an die Elbe beigetragen. "Die Stelle in Dresden-Zschachwitz ist nun seit zehn Monaten vakant. Dafür wird weder ein Berufsanfänger noch ein Kollege, der in Kürze in die Rente geht, gesucht. Aus diesem Grund war die Zahl der Kandidaten überschaubar", sagt Michael Gehrke, der damit auch in seine Geburtsstadt und den Wohnort der Eltern zurückkehrt. Gehrke: "Das ist ein positiver Nebeneffekt."

Zwölf Jahre war Michael Gehrke in Westsachsen tätig. Im September 2003 übernahm er die Verantwortung für die Pfarrei in Crimmitschau. In den letzten vier Jahren war er zudem für die Pfarrei in Werdau verantwortlich. In seine Amtszeit ist unter anderem der Neubau der St. Franziskuskirche in Crimmitschau gefallen, die 750.000 Euro gekostet hat und im Herbst 2013 eingeweiht wurde. Aber auch den Besuch von jungen Leuten anlässlich des Weltjugendtages in Köln (2005) und die Gospel-Workshops (ab 2007) behält Michael Gehrke nach eigenen Worten in guter Erinnerung. Er macht allerdings deutlich: "Es handelt sich um Dinge, die von den Leuten aus der Gemeinde eingeleitet worden sind und die ich begleiten durfte."

Als besonderes Andenken an seine Zeit in der Pleiße-Region wird Michael Gehrke ein Foto von einer Jugendfreizeit mitnehmen. Es entstand vor dem Ortseingangsschild von Himmelreich in Österreich. Weitere Präsente kommen am kommenden Wochenende bestimmt dazu - dann wird Michael Gehrke erst in Crimmitschau und dann in Werdau verabschiedet. Eine Woche später ist die Einführung seines Nachfolgers Ludger Kauder, der in Crimmitschau geboren ist, geplant.

Die Verabschiedung von Michael Gehrke ist am 24. Oktober in der St. Johanniskirche in Crimmitschau und am 25. Oktober in der St. Bonifatiuskirche in Werdau geplant. Sie beginnt jeweils 14 Uhr. (FP/Holger Frenzel)

Abschied Pfr. Gehrke (Foto: T. Michel)Pfarrer Michael Gehrke verlässt seine Kirchgemeinden in Werdau und Crimmitschau. (Foto: FP/Thomas Michel)

Michael Gehrke verlässt Westsachsen

Pfarrer Michael Gehrke, der für die katholischen Gemeinden von Werdau und Crimmitschau verantwortlich ist, wird Westsachsen verlassen. Er übernimmt ab November 2015 die Leitung der Pfarrei „Heilige Familie“ in Dresden-Zschachwitz. Michael Gehrke ist seit 2003 Pfarrer von „St. Franziskus“ in Crimmitschau und seit 2011 zusätzlich Pfarrer von „St. Bonifatius“ in Werdau. Zu den wichtigsten Ereignissen in seiner Tätigkeit in Westsachsen gehört die Einweihung des Neubaus einer Kapelle an der Pestalozzistraße in Crimmitschau, die seit knapp zwei Jahren genutzt werden kann.

Die Nachfolge von Michael Gehrke ist bereits geregelt. Bischof Heiner Koch hat Pfarrer Kudger Kauder in den Dienst für die katholischen Pfarrgemeinden in Crimmitschau und Werdau berufen. Kauder kehrt damit in seine Heimat zurück, er wurde 1964 in Crimmitschau geboren und ist anschließend in Gößnitz aufgewachsen. Derzeit arbeitet er als Pfarrer in Riesa und als Dekan in Meißen.

Michael Gehrke verabschiedet sich nach zwölf Jahren aus Westsachsen. Sein Nachfolger steht bereits fest.

In den Gotteshäusern in der Pleiße-Region dreht sich weiter das Personalkarussell. Nach Pfarrerin Dietlind Starke von der Luthergemeinde in Crimmitschau und Pfarrer Christoph Reichl aus Neukirchen packt nun auch der katholische Pfarrer Michael Gehrke seine Sachen.

Er ist seit 2003 für die Pfarrei „St. Franziskus“ in Crimmitschau und seit 2011 zusätzlich für die Pfarrei „St. Bonifatius“ in Werdau verantwortlich. Die Entscheidung wurde jetzt mitgeteilt. In die Amtszeit von Michael Gehrke fällt unter anderem der Neubau der St.-Franziskus- Kirche an der Pestalozzistraße in Crimmitschau. Sie konnte im Herbst 2013 eingeweiht werden. Das Gebäude hat rund 770.000 Euro gekostet.

Pfarrer Gehrke wechselt von der Pleiße an die Elbe. Er ist ab November für die Pfarrei „Heilige Familie“ in Dresden-Zschachwitz verantwortlich, zu der auch die Pfarreien in Striesen und Johannstadt gehören.

Der Nachfolger von Michael Gehrke steht bereits fest. Pfarrer Ludger Kauder kümmert sich künftig um die katholischen Pfarrgemeinden von Crimmitschau und Werdau. Er ist gegenwärtig Pfarrer der Pfarrei „St. Barbara“ in Riesa und gleichzeitig Pfarr-Administrator der Pfarrei „St. Hubertus“ in Wermsdorf sowie Dekan des Dekanates Meißen. Damit kehrt Ludger Kauder praktisch zu seinen Wurzeln zurück. Er wurde 1964 in Crimmitschau geboren und ist -– auf der anderen Seite der sächsisch-thüringischen Grenze – in Gößnitz aufgewachsen. Zum Priester wurde er 1992 in Dresden geweiht. Danach war Ludger Kauder als Kaplan in Glauchau und in Zittau sowie später als Pfarrer in Leutersdorf und Riesa tätig.

Ludger Kauder war außerdem Dekanatsjugendseelsorger und Beauftragter des Bistums Dresden-Meißen bei der Erarbeitung des neuen Gesangbuches „Gotteslob. „Damit bekommen die beiden Pfarreien von Werdau und Crimmitschau einen sehr profilierten und vielseitig erfahrenen Priester als neuen Pfarrer“, sagt Michael Gehrke über seinen Nachfolger.

Der Bischof von Dresden-Meißen, Dr. Heiner Koch, hat Pfarrer Michael Gehrke mit Wirkung ab 1. November um Pfarrer der Pfarrei „Heilige Familie“ in Dresden-Zschachwitz und zum Leiter der aus den drei Dresdner Pfarreien Zschachwitz, Striesen und Johannstadt bestehenden dortigen „Verantwortungsgemeinschaft“ berufen. Pfarrer Michael Gehrke ist seit 2003 Pfarrer der Pfarrei „St. Franziskus“ in Crimmitschau und seit 2011 zusätzlich Pfarrer der Pfarrei „St. Bonifatius“ in Werdau.

Ebenfalls mit Wirkung ab 1.11.2015 hat Bischof Koch Pfarrer Ludger Kauder in den Dienst für die beiden katholischen Pfarrgemeinden von Crimmitschau und Werdau berufen. Er ist gegenwärtig Pfarrer der Pfarrei „St. Barbara“ in Riesa und gleichzeitig Pfarradministrator der Pfarrei „St. Hubertus“ in Wermsdorf sowie Dekan des Dekanates Meißen.

CrimmitschauGospelt 2015Das Pfingstwochenende ist für die mehr als 100 Sängerinnen und Sänger des Projektchores „Crimmitschau gospelt“ ziemlich stressig gewesen. Zum einen standen am Freitagabend und am Samstag mehrere Gospelworkshops auf dem Programm, zum anderen gab es an zwei Tagen drei Konzerte. Dabei präsentierten sich der Chor unter der Leitung des in New Orleans tätigen Dirigenten Donald R. Smith und die Band grooveB am Sonntagabend in der Landeshauptstadt Dresden, bevor gestern Vormittag in der Crimmitschauer Lutherkirche ein ökumenischer Gottesdienst angesagt war (Foto). Der Chor und die von Andreas Bayer aus der katholischen St.-Franziskus-Gemeinde geleitete Band sorgten dafür, dass im Gotteshaus die Plätze knapp wurden. Das Abschlusskonzert der fünften Ausgabe von „Crimmitschau gospelt“ fand gestern Abend in der Laurentiuskirche in Crimmitschau statt. (tmp)

Pfingsten heißt es wieder „Crimmitschau gospelt"

70 Teilnehmer haben sich bisher für das zu Pfingsten geplante Projekt „Crimmitschau gospelt" angemeldet. „Es können aber noch weitere Singbegeisterte mitmachen", sagte Andreas Bayer vom Vorbereitungskreis. Der Großteil der Teilnehmer kommt aus Westsachsen. Bayer hat aber auch Zusagen von Interessenten aus Frankfurt (Main), Dresden, Halle und Leipzig. Die Organisatoren hatten zunächst mitgeteilt, dass Anmeldungen bis Mitte März entgegen genommen werden. Die Frist wurde nun um einen Monat verlängert. „Mitte April wollen wir unser Team zusammenhaben, weil am 18. April die zweite Probe stattfindet", sagte Bayer. Der Gospel-Workshop wird bereits seit 2007 organisiert. Der Projektchor stellt unter der Leitung des in New Orleans tätigen Dirigenten Donald R. Smith (Foto) stets in einer kurzen Zeit ein Programm zusammen. In diesem Jahr gibt es eine Premiere: Die Teilnehmer treten nicht nur in der St.-Laurentius-Kirche in Crimmitschau, sondern zusätzlich auch in der Propsteigemeinde in Leipzig auf. (FP/hof)

Collegium musicum spielt in St.-Bonifatius-Kirche

Die Sieben Worte Jesu Christi am Kreuz" von Heinrich Schütz erklangen am Sonntag beim Passionskonzert des Collegium musicum in der Werdauer St.-Bonifatius-Kirche. Knapp hundert Jahre vor den großen Passionen Johann Sebastian Bachs entstand dieses Werk als eine der ersten kirchenmusikalischen Kompositionen in deutscher Sprache. Die Solisten Jördis und Kati Urban, Johannes Pietzonka, Carl Rowek und Jochen Limbecker sowie die Kantorei der Gemeinde Hohndorf gestalteten das Geschehen um den Kreuzestod Jesu in hoher gesanglicher Qualität.

Die in Passionsmusiken üblicherweise enthaltenen Choräle wurden von allen Anwesenden gesungen. Georg Christoph Sandmann, der die Aufführung leitete, verstand es, mit wenigen Worten die Zuhörer auf das jeweils kommende Werk einzustimmen. So auch auf die Orgelsonate amoll von Joseph Rheinberger und die Sinfonie g-moll (KV 550) von Wolfgang Amadeus Mozart. Sich selbst in einer Lebenskrise befindend, komponierte Mozart dieses berühmte Werk, bei dem sogar das ansonsten fröhliche Menuett düstere Züge aufweist. Gehört diese Sinfonie zum Repertoire fast aller professioneller Orchester, wird sich selten ein überwiegend aus Laienmusikern bestehendes Ensemble dieser Herausforderung stellen. Sandmann verstand es, die Musiker des Werdauer Orchesters derart zu motivieren, dass nach monatelanger Probenarbeit eine durchweg werkgetreue Interpretation gelang, für die sich die etwa 250 Zuhörer mit viel Beifall bedankten. Eröffnet worden war das Konzert mit dem Präludium h-moll für Orgel von Johann Sebastian Bach, gespielt von der Studentin Hyeju Chung. (mli)

Zum Herunterladen:

Stand: 23.04.2017

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