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Die Crimmitschauer St.-Franziskus-Pfarrei baut eine neue Kapelle

Die Gemeinde in Crimmitschau verzichtet auf ihre Villa. Sie nutzt stattdessen vorhandene Räume im Gemeindezentrum "Piusheim" und baut eine moderne, schlichte Kapelle.

Die Gründerzeit-Villa in der Pestalozzistraße 49 wirkt von außen großzügig, nobel, top saniert. Ein Vermögen, eine sichere Geldanlage, mag mancher denken. Der ideelle Wert kommt noch hinzu. In der Kapelle, die sich im Inneren befindet, wurden seit 1927 viele Kinder getauft, Ehepaare getraut, festliche Messen gefeiert. Trotzdem waren 90 Prozent der Gemeindemitglieder dafür, von der Villa Abschied zu nehmen.

"Es tut auch weh - die Kapelle ist unsere Zuhause", gibt Regina Lesch zu. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates sieht aber auch die andere Seite der Medaille: "Vielen Älteren fällt das Treppensteigen schwer. Veränderungen sind schwierig, weil das Haus unter Denkmalschutz steht. Die Heizung ist 20 Jahre alt. Die Villa wäre finanziell ein Fass ohne Boden." Ein paar Grundstücke weiter befindet sich das Gemeindezentrum "Piusheim" mit Saal und weiteren Räumen. "Unser Hauptproblem war, dass wir nicht beide Häuser auf Dauer halten können. Und so hat sich die Gemeinde 2008 für das Gemeindezentrum entschieden", so Pfarrer Michael Gehrke. Im vergangenen Jahr kaufte sie das Nachbargrundstück, um noch Platz für eine Kapelle zu haben. Wann diese gebaut werden würde, war da noch offen.

Mehr oder weniger unerwartet kam dann Bewegung in dieses Vorhaben, als bekannt wurde, dass Michael Gehrke ab Sommer 2011 auch die Verantwortung für die Pfarrei in Werdau trägt. "Ab Mitte nächsten Jahres hat die Gemeinde in Crimmitschau ein Platzproblem. Bisher haben sich die Gottesdienstbesucher am Wochenende auf drei Messen verteilt. Durch die zusätzlichen Orte Werdau und Fraureuth sind künftig in Crimmitschau maximal eine Sonntagsmesse und eine Vorabendmesse möglich. Dadurch würde es in der Kapelle eng werden", beschreibt Pfarrer Gehrke die neue Situation. Vor dem Hintergrund wurden die Vorbereitungen für den Bau beschleunigt.

Das Bistum bewilligte einen Zuschuss von 130000 Euro, das Bonifatiuswerk eine Hilfe in Höhe von 70000 Euro. Am Nikolaustag befassten sich Pfarrgemeinderat, Kirchenrat und Baukommission mit zwei Entwürfen. Die Entscheidung fiel fast einstimmig zugunsten des Vorschlages von dem Chemnitzer Architekturbüro Kerstin Bochmann: Ein schlichter Bau mit 150 Sitzplätzen, mit quadratischer Grundfläche und einem diagonal aufsteigenden First.

"Die Ansicht gefällt mir und die Kapelle fügt sich gut ins Grundstück ein. Die Pläne sind sehr detailliert, die Zahlen konkret", nennt Regina Lesch einige Vorzüge des Chemnitzer Entwurfs. Den größten Teil der Baukosten muss die Gemeinde selbst aufbringen. Das meiste davon liegt schon bereit. "Im Frühjahr 2011 soll der Bau beginnen. Läuft alles optimal, kann die Kapelle im Herbst geweiht werden. Frühjahr 2012 wär aber auch in Ordnung", skizziert Michael Gehrke den Zeitplan. Für ihn bedeutet der Abschied von der Villa Umzug in die Nachbarstadt. Der Pfarrer von Crimmitschau wohnt künftig in Werdau. (Gert Friedrich)

Pfarrer Michael Gehrke und Regina Lesch vor altem PfarrhausSie haben Mut zum Abschiednehmen: Pfarrer Michael Gehrke mit Regina Lesch, der Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats, vor der Villa, die bisher Kapelle und Pfarrhaus der St.-Franziskus-Gemeinde beherbergt. (Foto: Gert Friedrich)

Entwurf der neuen KircheNach diesem Entwurf soll in Crimmitschau eine Kapelle gebaut werden.

Klarheit zu Bauprojekt in Crimmitschau

Im Frühjahr 2011 beginnt der Neubau einer Kapelle für die katholische Kirchgemeinde St. Franziskus. Die neue Kapelle kostet 500.000 Euro. Dazu sollen noch einmal 100.000 Euro für die Innenausstattung ausgegeben werden dürfen. "Wir müssen zwei Drittel der Baukosten aus Eigenmitteln und Spenden aufbringen", macht Pfarrer Michael Gehrke deutlich. Deshalb soll bei den 1350 Mitgliedern der Kirchgemeinde noch einmal um finanzielle Unterstützung geworben werden. zudem ist die Unterstützung vom Bistum Dresden-Meißen (130.000 Euro) und vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken (70.000 Euro) gesichert.

Beim Neubau der Kapelle an der Pestalozzistraße 41/43 wird auf einen Turm und auf Glocken verzichtet. Stattdessen sehen die Pläne einen schlichten quadratischen Bau in Holzbinderkonstruktion vor. Im neuen Gottesdienstraum stehen insgesamt 150 Sitzplätze zur Verfügung. Der besondere Charakter des Gebäudes soll durch eine vom Altarraum an aufsteigende Firstlinie und ein Kreuz an der Straßenseite deutlich werden.

In der vergangenen Woche haben sich die Leitungsgremien der katholischen Pfarrgemeinde "St. Franziskus" bei dem Projekt für den Vorschlag aus dem Architekturbüro von Kerstin Bochmann aus Chemnitz ausgesprochen. "Diese Entscheidung ist mit großer Mehrheit und in Abstimmung mit dem Bischöflichen Ordinariat des Bistums Dresden-Meißen getroffen worden", berichtet Michael Gehrke.

2011 können die Arbeiten beginnen

Beim Neubau der Kapelle an der Pestalozzistraße wird auf einen Turm und auf Glocken verzichtet. Stattdessen sehen die Pläne einen schlichten quadratischen Bau in Holzbinderbauweise vor. Im neuen Gottesdienstraum stehen insgesamt 150 Sitzplätze zur Verfügung. Der besondere Charakter des Gebäudes soll durch zwei Merkmale unterstrichen werden. Erstens: Vom Eingang zum Altarraum entsteht eine aufsteigende diagonale First-Linie. Zweitens: An der Straßenseite wird ein Kreuz angebracht.

Die Leitungsgremien der katholischen Pfarrgemeinde St. Franziskus haben sich bei dem Projekt für den Vorschlag aus dem Architekturbüro von Kerstin Bochmann aus Chemnitz ausgesprochen. "Diese Entscheidung ist mit großer Mehrheit und in Abstimmung mit dem Ordinariat des Bistums Dresden-Meißen getroffen worden", berichtet Pfarrer Michael Gehrke. Er geht davon aus, dass die Arbeiten für den Kapellenneubau im ersten Halbjahr 2011 beginnen können.

Klarheit herrscht mittlerweile über die Finanzen: Die neue Kapelle kostet 500.000 Euro. Dazu sollen noch einmal 100.000 Euro für die Innenausstattung ausgegeben werden. "Wir müssen zwei Drittel der Baukosten aus Eigenmitteln und Spenden aufbringen", macht Michael Gehrke deutlich. Dazu erhält die katholische Kirchgemeinde die Unterstützung vom Bistum Dresden-Meißen (130.000 Euro) und vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken (70.000 Euro).

Die Debatte um das Vorhaben an der Pestalozzistraße wird schon seit etwa zwei Jahren geführt. Derzeit nutzt die Kirchgemeinde an der Pestalozzistraße eine vierstöckige Gründerzeitvilla mit Pfarrhaus und der bisherigen St. Franziskus-Kapelle. In dem Saal finden aber nur maximal 120 Besucher Platz. Ein weiteres Problem: Die bisherige Kapelle ist nur über eine Treppe zu erreichen. Damit haben Rollstuhlfahrer das Nachsehen.

Nach der Fertigstellung des Kapellenneubaus soll der Villen-Standort Pestalozzistraße 49 aufgegeben werden. Die Kirchgemeinde sucht bereits einen Käufer für die Immobilie. Das Haus wurde 83 Jahre lang von der katholischen Kirchgemeinde genutzt. Die Arbeit von "St. Franziskus" wird sich künftig auf das Areal Pestalozzistraße 41/43 konzentrieren. Auf dem Grundstück entsteht nicht nur die neue Kapelle sondern dort befindet sich bereits das Piusheim. Zur katholischen Gemeinde zählen derzeit insgesamt 1350 Mitglieder aus Crimmitschau und Neukirchen. (FP/Holger Frenzel)

Pfarrer Gehrke präsentiert KirchenentwurfMaria und Günther Herrmann, Andreas Lesch und Pfarrer Michael Gehrke (v. l.) unterhalten sich über die Pläne für den Kapellenneubau. (Foto: FP/Andreas Kretschel)

Quadratischer Grundriss mit 150 Sitzplätzen

Der Siegerentwurf für die neue St.-Franziskus-Kapelle in Crimmitschau steht fest. Pfarrer Michael Gehrke: "Am 6. Dezember haben die Leitungsgremien der Pfarrgemeinde 'St. Franziskus' in gemeinsamer Sitzung über zwei vorliegende Entwürfe für den geplanten Kapellenneubau beraten. Mit großer Mehrheit wurde dabei beschlossen, den vom Chemnitzer Architekturbüro Kerstin Bochmann eingereichten Entwurf zur Grundlage der weiteren Planungen zu machen." Die Entscheidung fiel in Zusammenarbeit mit dem Bischöflichen Ordinariat in Dresden. Der Baubeginn soll in der ersten Hälfte des Jahres 2011 erfolgen.

"Vorausgegangen ist ein etwa zwei Jahre währender Diskussions- und Entscheidungsprozess in unserer Crimmitschauer Gemeinde", erläutert Pfarrer Michael Gehrke. "Dabei war es zunächst darum gegangen, den Gebäudebestand der Pfarrei dahingehend zu reduzieren, dass die Gemeinde einerseits auch in den kommenden Jahrzehnten die für ihr Leben notwendigen Räume zur Verfügung hat, andererseits aber auch imstande ist, diese zu unterhalten." Aus diesem Grund kam es zunächst zu der Entscheidung, das gegenwärtige Pfarrhaus in der Pestalozzistraße 49 mit der bisherigen St.-Franziskus-Kapelle - eine vierstöckige Gründerzeitvilla - aufzugeben und zu verkaufen. Als Ersatz dafür soll nun die neue St.-Franziskus-Kapelle auf dem Grundstück des Gemeindezentrums „Piusheim" in der Pestalozzistraße 41/43 errichtet werden.

Neue Dynamik erhielt der Entscheidungsprozess, als im Lauf dieses Jahres deutlich wurde, dass ab Sommer 2011 nur noch ein gemeinsamer Pfarrer für die beiden Nachbarpfarreien Crimmitschau und Werdau zur Verfügung stehen wird. Da in Crimmitschau an normalen Sonntagen ca. 200 Menschen am katholischen Gottesdienst teilnehmen, in der bisherigen St.-Franziskus-Kapelle aber nur maximal 120 Plätze zur Verfügung stehen, wurden bisher an jedem Wochenende dort drei Gottesdienste gefeiert. "Daher steht die Gemeinde nun vor einem Platzproblem. Durch die hinzukommenden Gottesdienstorte Werdau und Fraureuth werden in Crimmitschau nur noch ein bis höchstens zwei Gottesdienste pro Wochenende möglich sein", sagt Pfarrer Gehrke. "Aus diesem Grunde wurde die neue Kapelle mit 150 Sitzplätzen konzipiert." Die großen Festtagsgottesdienste will die katholische Gemeinde auch in Zukunft in der evangelischen Johanniskirche feiern.

Der Kapellenneubau wird als schlichter quadratischer Bau in Holzbinderkonstruktion errichtet und außer dem Gottesdienstraum nur einige wenige Nebenräume enthalten. Die vom Eingang zum Altarraum aufsteigende diagonale Firstlinie markiert den besonderen Charakter dieses Gebäudes ebenso wie das zur Straßenseite angebrachte Kreuz. Ein Turm oder Glocken sind hingegen nicht geplant. Der nun beschlossene Entwurf wird allerdings in den kommenden Monaten noch bis zur endgültigen Bauplanung weiter entwickelt werden und stellt somit nur den gegenwärtigen Planungsstand dar.

Der Kostenrahmen für den Kapellenneubau ist auf 500.000,- € begrenzt, weitere 100.000,- € sind für die Innenausstattung eingeplant. Zu dieser Summe steuert das Bistum 130.000,- € bei, weitere 70.000,- € kommen vom „Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken". Zwei Drittel der Gesamtbausumme, 400.000,- €, muss die Crimmitschauer Pfarrgemeinde selbst aufbringen. Aus diesem Grund ist die Gemeinde auf vielfältige Unterstützung durch Kirchbauspenden angewiesen. Das Spendenkonto der Kath. Pfarrei bei der Sparkasse Zwickau (BLZ 870 550 00) hat die Nummer 225 800 0214, das Kennwort lautet „Kirchenbau".

Ein Projekt - gefördert durch das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken.

Entwurf der neuen KircheQuadratischer Grundriss, lichtdurchlässig und einladend: So präsentiert sich der Entwurf des Kapellen-Neubaus in Crimmitschau, geplant vom Architekturbüro Kerstin Bochmann.

Zum zweiten Mal wurde im Bistum der „Grand(e) Prix“ verliehen

Jürgen Triebert aus Großenhain und die Großveranstaltung „CrimmitschauGospelt“ wurden am 31. Oktober in Schmiedeberg mit dem „Grand(e) Prix“ ausgezeichnet. Jürgen Triebert erhielt den Preis für Text und Komposition des Liedes „Solang der Mond am hohen Himmel steht“, das sich nach Ansicht der Jury besonders bei jungen Musikern bewährt hat. Mit dem Projekt „CrimmitschauGospelt“ wollte die Jury „die beständige jahrzehntelange Chor- und Bandarbeit in der Gemeinde und der Region“ auszeichnen.

Verleihung Grande PrixDie Gruppe um Andreas Bayer (Vierter von links), die bereits zweimal die Großveranstaltung „CrimmitschauGospelt“ durchgeführt hat und der Autor des Liedes „Solang der Mond am hohen Himmel steht“, Jürgen Triebert (rechts), haben den diesjährigen Grand(e) Prix entgegengenommen, Mit dabei war auch der 80-jährige Prälat Dieter Grande aus Dresden (Zweiter von rechts), nach dem der Preis benannt ist. (Foto: Elisabeth Meuser)

Musikalisches Projekt in Crimmitschau überzeugt die Jury – Für das kommende Jahr ist wieder ein Workshop geplant

Der „Grande Prix“ geht dieses Jahr nach Crimmitschau. Die Organisatoren von „Crimmitschau gospelt“ haben ihn gestern in Schmiedeberg entgegengenommen. Der Preis ist nach dem katholischen Geistlichen Dieter Grande benannt, der sich in den 50er- Jahren dafür einsetzte, dass moderne Musik in katholischen Kirchen Platz findet. Die Arbeitsgemeinschaft Junge Musik im Bistum Dresden-Meißen vergibt ihn seit 2006. Die Jury entschied sich bei der Kategorie Musikalisches Projekt und Verdienste für den Workshop in Crimmitschau, bei dem zu Pfingsten 2009 rund 100 Laien gospelten. Gert Friedrich sprach mit Andreas Bayer, einem der Organisatoren.

Freie Presse: Gratulation zum „Grande Prix“! Der Preis ist nicht dotiert, Sie können sich nichts dafür kaufen. Was ist er wert?

Andreas Bayer: Er ist ganz viel wert. Es ist über Jahre und Jahrzehnte mit vielen einzelnen Ereignissen gelungen, moderne Musik im kirchlichen Raum zu etablieren. Mit dem Preis wird auf diese Arbeit aufmerksam gemacht. Es werden Früchte sichtbar. Und es ermuntert, weiter zu machen.

Leipzig liest. Zwickau tanzt neuerdings. Warum gospelt Crimmitschau?

Ich habe zuerst in Schmochtitz bei Bautzen einen solchen Workshop erlebt. Da hatte der Leiter aus New Orleans noch einen Chor mitgebracht. Seit einigen Jahren wird in Annaberg- Buchholz und Bautzen gegospelt: Ein Gast aus Amerika studiert mit Einheimischen Gospellieder ein. Und da dachte ich: Das könnte auch etwas für Crimmitschau sein.

Crimmitschau könnte auch rocken oder Hip-Hop machen. Was ist der Reiz an Gospel-Musik?

Es ist ein schneller Einstieg möglich. Manche Teilnehmer hatten noch nie in einem Chor gesungen und konnten problemlos mitmachen. Gospel begeistert, bietet lebendigen Zugang zur Musik und zum Glauben.

Gewürdigt wird von der Jury, dass Sie mit dem Projekt Brücken gebaut haben. Welche sind das?

Es beginnt schon bei der Organisation. Da gibt es kurze Wege zwischen der katholischen Gemeinde und den evangelischen Gemeinden. Auch die Stadt hat das Projekt unterstützt. Dann haben einige Sänger die Einladung zum Gospeln angenommen, die nicht sehr fest in christlichen Gemeinschaften verwurzelt sind. Und ich denke, da ist Begeisterung übergesprungen. Vom Dirigenten auf die Sänger und vom Chor auf das Publikum. Die Kirche war zum Abschlusskonzert voll. Die meisten haben mitgemacht, geklatscht, gesungen, sich bewegt.

Ein Pluspunkt war auch, dass es sich nicht um eine Eintagsfliege handelt. Also müsste nach 2007 und 2009 im kommenden Jahr wieder gegospelt werden.

Ja, es wird wieder einen Workshop geben – und zwar vom 30. September bis zum 3. Oktober. Der Chorleiter hat bereits zugesagt. Es gibt auch noch ein zweites Vorhaben im Jahr 2011. Wir wollen mit einem Projektchor beim Evangelischen Kirchentag singen. Informationen gibt es demnächst unter anderem im Internet.

» www.crimmitschau-gospelt.de

Das Bistum Dresden-Meißen hat der Veranstaltung den „Grande Prix“ für herausragende Musikprojekte im Bereich der zeitgenössischen geistlichen Musik verliehen.

„CrimmitschauGospelt“, hieß es am Pfingstwochenende 2009: 100 Sängerinnen und Sänger stellten damals unter der Leitung des US-amerikanischen Dirigenten Donald R. Smith ein beeindruckendes Programm für das Konzert am Pfingstmontag in der St. Laurentiuskirche auf die Beine. Nun wurde die Veranstaltung mit dem „Grande Prix 2010“ ausgezeichnet. Die feierliche Verleihung erfolgte am vergangenen Sonntag im Ostsächsischen Schmiedeberg.

Der „Grande Prix“ wird seit 2007 im Bistum Dresden-Meißen für herausragende Musikprojekte im Bereich der zeitgenössischen geistlichen Musik verliehen. Dabei werden von der „Arbeitsgemeinschaft Junge Musik“ (AGJM) jeweils eine Komposition und ein Musikprojekt ausgezeichnet. Benannt ist der undotierte Preis nach dem Prälaten Dieter Grande, welcher bereits in den 1950er-Jahren als Jugendseelsorger entscheidend dazu beitrug, dass moderne Musik in katholischen Kirchen heute ihren selbstverständlichen Platz gefunden hat.

„CrimmitschauGospelt“ wird nach 2007 und 2009 im kommenden Jahr zum dritten Mal stattfinden. Auch Donald R. Smith aus New Orleans hat sein Kommen zugesagt. Der Termin ist das lange Wochenende vom 30. September bis 3. Oktober 2011. Veranstalter ist die katholische Pfarrgemeinde „St. Franziskus“. (01.11.2010/SV/Gehrke)

bei der Verleihung des "Grand(e) Prix"

Die Verleihung des „Grand(e) Prix" fand am vergangenen Sonntag, dem 31. Oktober, in Schmiedeberg statt. Mit dabei war auch Prälat Dieter Grande (80), nach dem der Preis benannt ist. Ausgezeichnet wurden Jürgen Triebert aus Großenhain für Text und Komposition des Liedes „Solang der Mond am hohen Himmel steht" sowie die Gruppe um Andreas Bayer, die ehrenamtlich, aber professionell bereits zweimal die Großveranstaltung „Crimmitschau gospelt" vorbereitete und durchführte.

Die Jury - bestehend aus Prälat Dieter Grande (Dresden), Kantorin Bernadette Schmidt (Schirgiswalde), Domorganist Thomas Lennartz (Dresden), Kantor Martin S. Müller (Leipzig), Lukas Grützmacher (Dresden) für die AGJM - begründete ihre Entscheidung in der "Kategorie Lied/Komposition" damit, dass das Lied "So lang der Mond am hohen Himmel steht" sich bewährt und durchgesetzt habe. Es sei "eine der schönsten Nachdichtungen und Liedumsetzungen des Psalms 139, die vor allem junge Musiker anspricht".

Mit der Würdigung des Engagements für das Projekt "Crimmitschau gospelt" zeichnete die Jury "insbesondere die beständige jahrzehntelange Chor- und Bandarbeit in der Gemeinde und der Region" aus. Die Gemeinde sei in die "nachhaltige musikalische Arbeit eingebunden", trage sie und werde von dieser getragen, sind die Juroren überzeugt. Zu den Mitgliedern des Teams gehört auch der - bei der Preisverleihung nicht anwesende - Crimmitschauer katholische Pfarrer, Michael Gehrke. Er beteilige sich immer aktiv an dem Projekt und sorge für geistliche Impulse, betonte Andreas Bayer.

Begonnen hatte der Festakt mit einem feierlichen Gottesdienst, bei dem Bands aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen am Ende eines Probenwochenendes ihr musikalisches Können unter Beweis stellten. Sie gestalteten die Messfeier schwungvoll, indem sie die modernen Lieder aus dem Dreifaltigkeitsliedheft 2010 in phantasievollen Arrangements sangen und spielten.

Den kompletten Beitrag mit vielen weiteren Bildern finden Sie unter www.bistum-dresden-meissen.de.

Verleihung des Grande PrixDas Team um Andreas Bayer (2.v.r.), Crimmitschau, nimmt den "Grand(e) Prix" entgegen.

Crimmitschauer Franziskus-Pfarrei legte ihren Gemeindesonntag auf die Pfarrgemeinderatswahl

Fast alle Gemeinden des Bistums haben neue Pfarrgemeinderäte gewählt. Die Crimmitschauer Pfarrei St. Franziskus nutzte den Wahlsonntag, um sich mit vielen Gemeindemitgliedern darauf zu besinnen, was die Gemeinde eigentlich ausmacht.

Im kommenden Jahr wird die Franziskus-Gemeinde in Crimmitschau einen neuen Gottesdienstraum bauen. Die bisher genutzte, in einer alten Villa gelegene Franziskuskapelle bietet zu wenig Platz, ist nur über steile Treppen erreichbar und liegt ein Stück entfernt vom Gemeindehaus „Piusheim“, in dem sich ein großer Teil des katholischen Lebens der Stadt abspielt.

„An welcher Kirche bauen wir?“, war die Frage, der sich die Gemeindemitglieder nach dem sonntäglichen Familiengottesdienst und dem anschließenden Urnengang zur Pfarrgemeinderatswahl in einer besinnlichen Bastelstunde widmeten. Vor und nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es dabei weniger um architektonische Entwürfe für das Kirchengebäude als vielmehr unter dem Motto „Kirche aus lebendigen Steinen“ um zukunftsfähiges Gemeindeleben. Junge und ältere Gemeindemitglieder brachten ihre Gedanken in die Gestaltung symbolischer Bausteine ein, die dann zu einem Kirchenmodell zusammengefügt wurden. Gefragt waren nicht nur Wunschvorstellungen, sondern auch der eigene Beitrag, den jeder für das kirchliche Leben in Crimmitschau bereits leistet oder künftig zu leisten bereit wäre.

„Bei uns ist wirklich eine Menge los!“, freut sich Katharina Putschli beim Blick auf die bunten Bausteine des Kirchenmodells. Angefangen beim Chor für die Vorschulkinder über den Piusheim-Verein, der viele Veranstaltungen organisiert, bis hin zur Senioren-Sitztanzgruppe gibt es eine breite Vielfalt an Gemeindeaktivitäten, an denen sich eine große Zahl der – laut Kirchenstatistik – 1350 Crimmitschauer Katholiken beteiligen. Katharina Putschli hat eines ihrer Enkelkinder gebeten, betende Hände auf ihren Baustein zu malen. Zwei ihrer Familienmitglieder haben für den Pfarrgemeinderat kandidiert. Ihren eigenen Beitrag für die Gemeinde sieht die vielfache Groß- und Urgroßmutter künftig vorrangig darin, Anbetung zu halten – „Mehr geht gesundheitlich einfach nicht.“

Als geöffnetes Fenster hat Horst Kanis seinen Baustein gestaltet und bringt damit seine Hoffnung auf Neuzuwächse zum Ausdruck. Der Rentner ist kürzlich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Kirchenrat ausgeschieden. Bei aller Freude über lebendige Gemeindegruppen dürfe man nicht die Augen davor verschließen, dass die Zahl der Gemeindemitglieder stetig zurückgeht, erzählt er, nachdem Pfarrer Michael Gehrke den scheidenden Gemeinderäten gedankt und das neu gewählte Gremium vorgestellt hat.

„Wenn man die Zahl derer sieht, die eigentlich zu uns gehören, sind es doch nur wenige, die aktiv sind“, bedauert Horst Kanis. Nachwuchs sei rar, und fast alle Jugendlichen verließen die Gemeinde für Ausbildung und Studium. Vom kommenden Jahr an werde Pfarrer Gehrke zusätzlich für die Nachbarpfarrei Werdau zuständig sein. Das allmähliche Zusammenwachsen mit den Nachbarn sieht der Ruheständler als „große Herausforderung – nicht zuletzt auch für den neu gewählten Pfarrgemeinderat“.

Michael Gehrke sieht das ähnlich: Zu den wichtigen Aufgaben des neuen Gemeinderates zählt er nicht nur die Stärkung des Gemeindelebens, sondern auch den Kontakt zu den evangelischen und katholischen Nachbargemeinden und die Stärkung der Aktivitäten nach außen – „im Blick auf Probleme der Stadt und der Welt“. (Von Dorothee Wanzek)

GemeindesonntagSchon die Jüngsten dürfen mitbauen. Foto: Dorothee Wanzek

Die katholische Pfarrgemeinde Sankt Franziskus wird vom Bistum Dresden-Meißen mit dem „Grande Prix 2010“ ausgezeichnet. Die Übergabe des Preises erfolgt am Sonntag in Schmiedeberg (Osterzgebirge). Gewürdigt wird damit die Organisation und Durchführung von „Crimmitschau gospelt“. Die Veranstaltung fand am Pfingstwochenende 2009 statt. 100 Sänger und Sängerinnen unter der Leitung von Donald R. Smith aus den USA gestalteten in der Laurentiuskirche ein beeindruckendes Konzert. Eine Neuauflage der Veranstaltung ist für den Herbst 2011 geplant. (UMÜ)

Zum Herunterladen:

Stand: 18.11.2017

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