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presseschau_10Das diesjährige Fest der Mitglieder der katholischen Gemeinde Crimmitschau stand unter dem Motto "typisch deutsch". Deswegen waren am Samstagabend zahlreiche Gäste ins Piusheim an der Pestalozzistraße gekommen und ließen sich Mutzbraten und Wein schmecken. Der Höhepunkt des Abends war allerdings die Aufführung der Komödie "Männerwirtschaft" durch die neun Darsteller des Theaterkreises. Jährlich einmal feiern die Crimmitschauer Katholiken am Wochenende nach dem Namenstag von Franziskus von Assisi (4. Oktober) ein solches Fest, das stets unter einem anderen kulinarischen Motto steht. (Foto: Ralf Rojé)

Kruzifix der katholischen Gemeinde Crimmitschau nach Restaurierung neu geweiht

Das große Kruzifix der katholischen St.-Franziskus-Kapelle in Crimmitschau ist bei einem Festgottesdienstes am Mittwochabend wieder geweiht worden. Die hölzerne Darstellung des gekreuzigten Christus hat dabei nach erfolgter Restaurierung einen neuen, geschützten Platz im Vorraum des kleinen Gotteshauses an der Pestalozzistraße erhalten. Das Kunstwerk war 1949 von dem Dresdner Bildhauer Friedrich Press geschaffen worden. Mehr als 100 Katholiken hatten sich zu dieser besonderen Messe in der Kapelle versammelt, die Sitzplätze wurden knapp.

Pfarrer Michael Gehrke verwies in seiner Predigt darauf, dass für die Wiedereinweihung der 4. Oktober als Namenstag von Franziskus von Assisi (1182 bis 1226) gewählt wurde. Dieser Heilige der katholischen Kirche ist Namenspatron der Kapelle, sein hölzernes Abbild sowie eine Darstellung der Gottesmutter Maria stehen im Inneren. Zusammen mit dem Kruzifix bildeten die drei Figuren aus der Werkstatt von Friedrich Press zunächst eine Einheit im Altarraum. In den 1960er Jahren folgte die Umsetzung des Kreuzes an die Außenfassade, dort kündete es weithin sichtbar von der Bestimmung der Kapelle. "Seitdem war der Gekreuzigte weit oben, jetzt sind wir wieder Aug' in Aug' mit ihm", meinte der Pfarrer. Das hölzerne Kruzifix mit dem toten Jesus im Vorraum weise auf die Darstellung des auferstandenen Christus über dem Altar hin: "Das Kreuz weist zu neuem Leben, es ist das entscheidende Zeichen am Weg."

Während der vier Jahrzehnte in Wind und Wetter hatte das Kruzifix schwere Schäden erlitten. Nach Beratung mit dem Regensburger Friedrich-Press-Experten Walter Zahner entschloss sich die Gemeinde zu einer Restaurierung. Vorgenommen worden war sie von der Crimmitschauer Möbelbau- und Restaurierungswerkstatt Schönfeld und Bayer. Die katholische Gemeinde sucht für den nun freien Platz an der Fassade nach einer angemessenen Neugestaltung, um das Gebäude wieder als Kirche erkennbar zu machen. (Bernd Appel)

Stichwort: Friedrich Press

Der 1904 geborene Friedrich Press war nicht nur als Bildhauer, sondern auch als Maler und Kirchenraumgestalter tätig. Seine Kunst wurde von den Nazis als "entartet" diffamiert, Ausstellungen geschlossen. Nach dem Krieg kehrte er nach Dresden zurück. Insgesamt gestaltete er mehr als vierzig Kirchen in beiden deutschen Staaten. Selbst das Vatikanische Museum kaufte 1965 eine seiner geschnitzten Figuren, "Ecce Homo". Zu seinen bekanntesten Werken gehörte die Pieta in der Hofkirche in Dresden; es ist die größte Skulptur, die je aus Meißner Porzellan angefertigt wurde. Press starb 1990 in Dresden, seinen Nachlass verwaltet das Diözesanmuseum in Würzburg.

presseschau_9Pfarrer Michael Gehrke weihte mit zwei Messdienern das restaurierte Kreuz, das nun seinen Platz im Vorraum des kleinen Gotteshauses hat. (Foto: Bernd Appel)

Litauen_3Diesen Blick aus dem Altarraum des Franziskanerklosters bei Siauliai auf den berühmten "Berg der Kreuze" konnten evangelische und katholische Jugendliche aus Werdau und Crimmitschau am 22. August genießen. Sie machten ein Jahr nach dem deutschen Weltjugendtag einen Gegenbesuch bei ihren litauischen Gästen von damals.

Evangelische Pfarrer aus Deutschland im schwarzen Talar im Sonntagsgottesdienst einer katholischen Pfarrgemeinde im litauischen Kaunas, Morgengebete mit Herrnhuter Losung, gemeinsames Verweilen vor einem Gnadenbild der Muttergottes, litauische, deutsche und englische Worte bunt durcheinander – diese nicht ganz selbstverständliche Mischung kam zustande bei den ökumenischen Begegnungstagen von katholischen und evangelischen Jugendlichen aus Crimmitschau und Werdau mit Jugendlichen aus Kaunas.

Nachdem im vergangenen Jahr die „Tage der Begegnung“ vor dem Weltjugendtag in Crimmitschau und Werdau intensiv ökumenisch getragen wurden, waren vom 18. bis 26. August 2006 nun 19 Jugendliche mit drei evangelischen und einem katholischen Pfarrer und zwei weiteren Begleitern aufgebrochen, um die zu Freunden gewordenen Kaunaser Jugendlichen wiederzusehen. Diesmal erlebten die deutschen Jugendlichen herzliche Gastfreundschaft in litauischen Familien und in ihrer Pfarrgemeinde St. Vinzenz von Paul. Zusammen mit den Litauern lernten sie Kaunas, Vilnius, den „Berg der Kreuze“ und die Kurischen Nehrung kennen, beteten, sangen und tanzten gemeinsam zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten und gewannen neue Eindrücke. Die vielfältigen Erfahrungen des Andersseins – evangelisch, katholisch, litauisch, deutsch – wurden zu Anlässen für viele Gespräche und für ein tieferes Verstehen des jeweils anderen. Wie intensiv dabei Gemeinschaft gewachsen war, wurde deutlich. Die Trennung fiel schwer. Die Teilnehmer hoffen, dass Freundschaften und auch die „Ökumene gemeinsamer Erfahrungen“ weitergehen wird.

Litauen_2Die „Tage der Begegnung“ vor dem Weltjugendtag 2005 in Crimmitschau und Werdau wurden intensiv ökumenisch getragen. Nun brachen Jugendliche gemeinsam mit evangelischen und katholischen Pfarrern zum Besuch ihrer ehemaligen Gäste nach Kaunas auf.

Evangelische Pfarrer aus Deutschland im schwarzen Talar im Sonntagsgottesdienst einer katholischen Pfarrgemeinde im litauischen Kaunas, Morgengebete mit Herrnhuter Losung und später gemeinsames Verweilen vor einem Gnadenbild der Muttergottes, litauische, deutsche und englische Worte bunt durcheinander – diese nicht ganz selbstverständliche Mischung kam zustande bei den ökumenischen Begegnungstagen von katholischen und evangelischen Jugendlichen aus Crimmitschau und Werdau mit Jugendlichen aus Kaunas.

Litauen_1Nachdem im vergangenen Jahr die „Tage der Begegnung“ vor dem Weltjugendtag hier in Crimmitschau und Werdau intensiv ökumenisch getragen und gestaltet wurden, waren vom 18. bis 26. August 2006 nun 19 Jugendliche mit drei evangelischen und einem katholischen Pfarrer und zwei weiteren Begleitern aufgebrochen, um die im vergangenen Jahr zu Freunden gewordenen Kaunaser Jugendlichen wiederzusehen.

Litauen_3Diesmal erlebten die deutschen Jugendlichen herzliche Gastfreundschaft in litauischen Familien und in ihrer Pfarrgemeinde „St. Vinzenz von Paul“. Zusammen mit etwa 15 Kaunaser Jugendlichen lernten sie Kaunas, Vilnius, den „Berg der Kreuze“ bei Siauliai und auch die Ostsee auf der Kurischen Nehrung kennen, beteten, sangen und tanzten gemeinsam zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten und gewannen viele neue Eindrücke.

Litauen_4Die vielfältigen Erfahrungen des Andersseins – evangelisch und katholisch, litauisch und deutsch – wurden im gemeinsamen Erleben zu Anlässen für viele Gespräche und für ein tieferes Verstehen des jeweils Anderen. Wie intensiv dabei Gemeinschaft gewachsen war wurde deutlich, als der Abschied nahte – die Trennung fiel schwer, Tränen flossen und sicher wird manche Freundschaft weitergehen. Und hoffentlich geht auch die „Ökumene gemeinsamer Erfahrungen“ weiter.

Ein Bericht von Pfarrer Michael Gehrke, Crimmitschau

Der Mitteldeutsche Rundfunk überträgt in seinem Radio-Programm "Figaro" am Sonntag, 10 Uhr, den Gottesdienst der katholischen St.-Franziskus-Gemeinde aus der St.-Johannis-Kirche in Crimmitschau. Musikalisch gestaltet wird er vom Chor der Gemeinde und dem Bistumskinderchor Dresden-Meißen. Geleitet werden sie von Andreas Bayer aus Crimmitschau und dem Bautzener Guido Erbrich. Die Johannis-Gemeinde feiert an diesem Tag deswegen ihren Gottesdienst in der katholischen Kapelle. (ann)

Kreuzweg vereint junge Christen aller Konfessionen- Provokationen werden lebensecht nachgespielt

Bei einem ökumenischen Jugendkreuzweg haben am Freitagabend rund sechzig junge Christen in Crimmitschau den Leidensweg von Jesus symbolisch nachvollzogen. Die Jugendlichen der katholischen und verschiedener evangelischen Gemeinden der Stadt versammelten sich zum gemeinsamen Essen, dem "Agapemahl", im Piusheim. Von dort zogen sie mit einem Holzkreuz und Fackeln mehrere Stunden von Kirche zu Kirche.

Von Anfang an störten Zwischenfälle den Ablauf des Abends. Schon im Piusheim schimpfte ein junger Mann laut über die "Scheinheiligkeit" und das "dumme Gequatsche" der Pfarrer. In der Johanniskirche hagelte es gehässige Zwischenrufe für einen Jugendlichen, der die anderen aufforderte, für ihn zu beten. Es dauerte eine Weile, bis jeder merkte, dass diese Störungen Teil des Programms waren. "Von Angesicht zu Angesicht" hieß das Motto des Kreuzwegs - die Crimmitschauer hatten ihn ganz nach eigenen Vorstellungen gestaltet.

Neun Stationen liefen die Jugendlichen an und sahen sich jeweils anderen Provokationen ausgesetzt. Auf dem Aldi-Parkplatz trafen sie auf "Maria", die die Kreuzträger aufforderte, das schwere Ding endlich wegzulegen. Im Friedenspark verpflichteten barsche "Soldaten" unwillige Teilnehmer des Zuges, sofort das Kreuz zu übernehmen. In der Lutherkirche schließlich jagten Vermummte mit Baseball-Schlägern einen Jugendlichen und knüppelten ihn nieder. Ein Täter filmte das grausige Geschehen, per Beamer wurde es auf eine Leinwand geworfen. Auch hier war selbstverständlich alles gespielt - allerdings so lebensecht, dass die Brille des Opfers zu Bruch ging und es wohl auch einige blaue Flecken davontrug.

Letzter Anlaufpunkt war der Friedhof. Dort wurden die Teilnehmer von einer lautstarken Horde pöbelnder Jugendlicher empfangen, die die Christen erbarmungslos verspotteten. "Jeder wusste, dass das nicht echt war", meinte Steffen Göpfert, einer der Organisatoren vom Jugendpfarramt Zwickau. "Trotzdem ging das unter die Haut, Worte können wie Waffen sein." Auf den Säulen des Eingangs saßen Jugendliche, die die beiden Mitgekreuzigten Jesu verkörperten und ihren Hohn besonders ätzend ausgossen. Auf dem Friedhofsgelände schloss sich eine symbolische Grablegung an. Letzte Station war die Friedhofskapelle, wo der katholische Pfarrer Michael Gehrke seine persönlichen Begegnungen mit dem Tod und Hinterbliebenen schilderte. (Bernd Appel)

presseschau_8Benjamin Pöhnert (vorn l.), Andreas Ebersbach (vorn r.) und Pfarrer Michael Gehrke (hinten) trugen das Kreuz von Kirche zu Kirche. (Foto: Uwe Meyer)

presseschau_7In drei Gottesdiensten haben Crimmitschauer Frauen aller Konfessionen am Freitagabend gemeinsam den Weltgebetstag gefeiert. Sie trafen sich im Lutherhof an der Leipziger Straße, im Gemeindesaal der Johannis-Gemeinde und im Piusheim (im Bild). Das Thema des Abends war Südafrika. In ihren Fürbitten erinnerten die Frauen besonders an die Probleme in diesem Land: an Armut, Arbeitslosigkeit, Gewalt und Aids. Ins Leben gerufen wurde der weltweit in Gottesdiensten gefeierte Gebetstag 1887 von einer amerikanischen Christin, die konfessionsüberschreitend alle Menschen dazu aufrief, für diejenigen zu beten, die unter Armut und Obdachlosigkeit leiden. Die Idee breitete sich rasch aus und erreichte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auch Deutschland. Foto: FP/Roje

Zum heutigen Weltgebetstag haben Crimmitschauer Frauen gleich drei Gelegenheiten, einen gemeinsamen Gottesdienst zu feiern. Der erste findet 15 Uhr im Lutherhof an der Leipziger Straße statt, der zweite 19.30 Uhr im Piusheim und der dritte zur gleichen Zeit im Gemeindesaal der Johanniskirche an der Hainstraße.

Zum Weltgebetstag treffen sich immer am ersten Freitag im März auf allen Kontinenten Frauen aller Konfessionen, um gemeinsam zu beten. Ins Leben gerufen wurde diese Tradition von einer amerikanischen Christin, die 1887 alle Frauen zum Gebet für die Menschen aufrief, die unter Arbeitslosigkeit, Armut und fehlendem Obdach litten. Die Idee breitete sich seitdem rasch aus und erreichte nach dem Zweiten Weltkrieg Deutschland. (ann)

Heute gemeinsame Feier aller Crimmitschauer Kirchgemeinden

In der St.-Laurentius-Kirche findet heute, 19.30 Uhr, erstmals ein ökumenischer Aschermittwochs-Gottesdienst statt. Die Predigt wird Michael Gehrke, Pfarrer der katholischen Franziskusgemeinde, halten. Der Aschermittwoch sei der Tag für eine "Besinnung auf eigene Schuld" und zugleich der Beginn der Vorbereitungszeit auf Ostern, erklärt Gehrke: "Die evangelischen Christen sprechen von der Passionszeit, wir von der Fastenzeit." Für die Katholiken sei der Tag ein fester Termin, in der Laurentiuskirche werde seit einigen Jahren ebenfalls ein Aschermittwochs-Gottesdienst abgehalten. "Jeder kann sich das Aschekreuz auf die Stirn zeichnen lassen." Dies sei eine alte Tradition. Der Flügelaltar der Kirche soll im Laufe des Gottesdienstes geschlossen werden und so bis Ostersonntag bleiben. "Es soll ein Gottesdienst aller Crimmitschauer Gemeinden werden", so Gehrke. (BAP)

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Stand: 15.09.2017

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