Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,

Ostern nicht in die Kirche gehen? Das ist wohl für viele von uns etwas, das wir uns niemals hätten vorstellen können, zumindest solange wir dazu körperlich in der Lage sind. Nun ist aber genau das in diesem Jahr für uns alle eingetreten. Auch wenn es viele Möglichkeiten gibt, einen Ostergottesdienst per Live-Stream mitzuverfolgen, so ist es doch etwas anderes, als wenn wir ihn in der Kirche mitfeiern. Aber nur, weil ich keinen Ostergottesdienst besuchen kann, fällt Ostern nicht gleich aus - ganz im Gegenteil!

Ostern findet statt! Wir feiern die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus, der für uns Mensch geworden, für uns aus Liebe gestorben und am dritten Tage auferstanden ist. Und das können wir auch dann feiern, wenn wir am Osterfest nicht selbst einen Gottesdienst in der Kirche miterleben können. Zum Beispiel über einen Live-Stream oder auch eine kleine Feier in unserer Wohnung, mit denen, die dort leben.

Die Botschaft von Ostern ist klar: Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Dadurch haben auch wir die Gewissheit auf ein ewiges Leben bei Gott. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Auch wenn wir dieses Osterfest nur im kleinen Kreis oder gar allein feiern, so haben wir doch die Gewissheit, dass der Auferstandene immer bei uns ist, uns trägt und hält. Eine kleine Vertiefung dieses Gedankens finden Sie in Form einer Geschichte am Ende des Briefes. Nutzen wir doch einfach diese Osterzeit, um uns bei Menschen zu melden, von denen wir ahnen, dass sie vielleicht allein sind oder sich einfach über ein Lebenszeichen von uns freuen würden. So können wir auch in diesem Jahr die Osterfreude weitergeben!

So wünsche ich Ihnen - trotz allem - ein frohes und gesegnetes Osterfest!
Ihr Pfarrer

Der leere Stuhl
Ein Priester besuchte einen Kranken in seiner Wohnung und bemerkte einen leeren Stuhl an der Seite des Bettes und fragte, warum er dort stünde. Der Kranke antwortete: „Ich hatte Jesus eingeladen, auf diesem Stuhl Platz zu nehmen, und sprach mit ihm, bevor Sie kamen. Jahrelang fiel es mir schwer zu beten, bis mir ein Freund erklärte, dass Gebet ein Gespräch mit Jesus sei. Er riet mir, einen leeren Stuhl neben mich zu stellen und mir vorzustellen, Jesus säße darauf. Ich solle mit Jesus sprechen und seinen Worten zuhören. Seitdem habe ich keine Schwierigkeiten mehr beim Gebet.“

Einige Tage später kam die Tochter des Kranken zum Priester und gab ihm die Nachricht, dass ihr Vater gestorben sei. Sie sagte: „Ich ließ ihn ein paar Stunden lang allein. Er schien so friedlich zu sein. Als ich ins Zimmer zurückkehrte, war er tot. Etwas Eigentümliches habe ich jedoch bemerkt: Sein Kopf lag nicht auf dem Bett, sondern auf dem Stuhl neben seinem Bett.“

Verfasser unbekannt