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Krippe Bildautor: © Friedbert Simon, Bildquelle: © Pfarrbriefservice.deLiebe Schwestern und Brüder,

„Er kommt aus seines Vaters Schoß
und wird ein Kindlein klein.
Er liegt dort elend, nackt und bloß
in einem Krippelein."

Mit diesen Worten besingen wir in einem unserer Weihnachtslieder das Geheimnis der Heiligen Nacht. Auf die Feier dieses Weihnachtsgeschehens bereiten wir uns in der Adventszeit vor. In manchen Familien gibt es dabei den Brauch, dass der – natürlich noch leere – Stall bereits am 1. Advent aufgestellt wird. Und darin steht dann auch bereits die Krippe, die natürlich ebenfalls noch leer ist – der Advent ist ja noch nicht Weihnachten, sondern die Zeit des Wartens, der Erwartung. Manche Familien stellen dann im Laufe der Adventszeit nach und nach schon mal die Tiere, Ochs und Esel, in den Stall; später machen sich irgendwann Maria und Josef auf den Weg zur Volkszählung nach Bethlehem, und irgendwann gehen auch die Hirten mit ihren Schafen auf die Weide. Und zuletzt fehlt nur noch das Jesuskind, damit es Weihnachten wird. Am Heiligen Abend legt man die Figur des Jesuskindes dann feierlich in die Krippe hinein – und dann ist Weihnachten, dann wird das Hochfest der Geburt Jesu Christi gefeiert, dann feiern wir, dass Gott in menschlicher Gestalt zu uns gekommen ist.

Und da liegt es dann, das Jesuskind, vielleicht so wie auf dem Titelbild, da liegt es dann „elend, nackt und bloß", in den „Krippelein" in unseren Wohnungen und Kirchen.

In den Novembertagen, in welchen ich auf dieses Titelbild schaue, darüber nachdenke und diesen Text schreibe, schieben sich unwillkürlich andere Bilder über dieses – Bilder, die ich in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder in den Medien gesehen habe. Es sind Bilder von Menschen, welche ebenfalls „elend, nackt und bloß" da liegen oder stehen oder sitzen: In den vom Taifun Haiyan völlig verwüsteten philippinischen Städten und Dörfern, in den vom Bürgerkrieg zerstörten Städten Syriens, an den Stränden von Lampedusa und anderen Mittelmeerinseln nach einer lebensgefährlichen Flucht. Es sind Männer, Frauen und auch Kinder, welche dort heute „elend, nackt und bloß" sind, und deren „Krippelein" nichts Romantisches haben und schon gar kein Grund zum Feiern sind. Gott kommt zu uns in menschlicher Gestalt. In Jesus Christus ist er ein für alle Mal zu uns gekommen und er hat das menschliche Elend, die Nacktheit und Blöße gewählt, um uns Menschen genau dort nahe zu sein, wo wir „elend, nackt und bloß" sind.

Wir dürfen sicher sein, dass er auch heute überall dort ist, wo Menschen „elend, nackt und bloß" sind. Wenn wir ihm weihnachtlich begegnen wollen, dann müssen wir auf diese Menschen schauen, überall auf der Welt und auch als Flüchtlinge bei uns. Und wir müssen uns ihnen zuwenden, wie wir uns Jesus Christus zuwenden wollen, mit tatkräftiger Liebe, jeder auf die Weise, wie es ihm möglich ist. Das nackte „Jesuskind" in unseren Weihnachtskrippen erinnert uns daran. Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Michael Gehrke

Liebe Schwestern und Brüder,

am 29. September wurde in Crimmitschau die neue St.-Franziskus-Kirche geweiht, ein Anlass zu großer Freude und Dankbarkeit. Wie angekündigt, führen wir nach der Kirchweihe ab Oktober in unseren Gemeinden nun die neue Sonntagsgottesdienstordnung ein. Die gravierendste Veränderung ist dabei der wöchentliche Wechsel der Gottesdienstzeiten in Werdau und Crimmitschau zwischen 8:30 Uhr und 10:15 Uhr. Hier wird es sicher für alle eine aktive Umgewöhnungsphase geben müssen, in welcher der Blick in den „Doppel:Punkt" oder ins Internet oder auch ein Anruf in einem der Pfarrbüros bei Unsicherheiten für die nötige Klarheit sorgen können, wo an dem betreffenden Sonntag zu welcher Zeit die Hl. Messe gefeiert wird.

Sehr herzlich möchte ich Sie als Pfarrer dazu einladen, entsprechend Ihrer jeweiligen Möglichkeiten Ihren eigenen Rhythmus für die wöchentliche Feier des Sonntags zu suchen. Das kann für manche heißen, dass sie immer am selben Ort zu den jeweils wechselnden Zeiten die Eucharistie mitfeiern. Für andere wird in der Gestaltung ihres Sonntags die gleich bleibende Gottesdienstzeit von höherer Bedeutung sein – hier möchte ich sehr herzlich dazu ermutigen, auch in die jeweils andere Stadt zu fahren. Die anfangs fremde andere Gemeinde wird dabei mit der Zeit immer vertrauter werden – das ist auch eine Chance für das Miteinander unserer beiden Ortsgemeinden!

Am Samstagabend 17:00 Uhr wird wie bisher immer in der Fraureuther Liebfrauenkapelle die erste Sonntagsmesse für unseren ganzen Bereich gefeiert. In Crimmitschau findet zusätzlich immer auch am Freitagabend 18:30 Uhr eine Hl. Messe statt, gewissermaßen am Übergang von der Arbeitswoche ins Wochenende. Dies sind weitere Chancen, unter veränderten Gegebenheiten eine regelmäßige persönliche Gottesdienstpraxis zu entwickeln, vor allem wenn logistische Gründe dies am Sonntagvormittag erschweren.

Ich bitte Sie alle herzlich, diese nach langen Diskussionen gemeinsam gefundene Gottesdienstordnung anzunehmen und mit Leben zu erfüllen!

Ihr Pfarrer Michael Gehrke

Liebe Leser des Doppel:Punkt,

wer in der Diaspora lebt und aufwächst, fühlt sich als Christ oft allein. „Wer glaubt, ist nicht allein" - dieses Wort Benedikts XVI. in seiner ersten Predigt als Papst stand über seinem Besuch in Bayern im Jahr 2006. Auch ich durfte den Papst damals kennen lernen – mit etwa 45.000 Ministranten bei der internationalen Ministrantenwallfahrt in Rom. Für uns Erwachsene war das schon ein einschneidendes Erlebnis. Wie diese Masse versammelter Christen auf die Kinder gewirkt hat, können Sie sich sicherlich gut vorstellen.

„Wer glaubt, ist nicht allein", so lautet auch das Thema der diesjährigen Religiösen Kinderwoche. Kinder unserer beiden Gemeinden sind wieder eingeladen, in einer größeren Gruppe Gemeinschaft, wie sie unter Christen üblich ist, zu leben und zu erfahren. Über 50 Anmeldungen zeigen auch, dass von den Kindern diese Gemeinschaft gelebt und erfahren werden will.

Dass, wer glaubt, nicht allein ist, durfte ich in den vergangenen Jahren meines Studiums und Praktikums immer wieder erfahren. Ob in Würzburg oder Vallendar, in Augsburg, Heiligenstadt oder Rossbach, in Schmochtitz, Erfurt, Bautzen, Werdenfels oder Dresden, immer waren Christen aus dem gesamten Bundesgebiet, aus Österreich und der Schweiz versammelt. Viele Freundschaften entstanden, Austausch über Gemeindeleben fand statt. Auf diese Zeit blicke ich besonders gern und dankbar zurück.

Auch in unseren Gemeinden stehen Termine an, die davon zeugen, dass wir als Christen nicht allein sind. Der Gottesdienst am 6. Juli in der Kathedrale Dresden, in der ich mit zwei Berufskolleginnen von Bischof Dr. Heiner Koch in den Dienst als Gemeindereferent gesendet werde, der ökumenische Gottesdienst zum Stadtfest auf dem Werdauer Marktplatz am 15. September, die Dekanatswallfahrt am 22. September nach Wechselburg, die geplante Kirchweihe am 29. September in Crimmitschau: all das sind Veranstaltungen, in denen wir – trotz unserer Diasporasituation – auf eine große Anzahl von Christen treffen können, wenn wir das Angebot annehmen.

„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen". Dieses Angebot macht uns Jesus im Matthäus-Evangelium. Und wir können und sollten dieses Angebot ruhig annehmen.

Ihr Thomas Gömbi, Gemeindereferent

Liebe Schwestern und Brüder,

am fünfzigsten Tag nach Ostern feiern wir Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes. Dieser Geist Gottes ist die innerste Lebenskraft der Kirche und er wirkt in ihr auf vielfältig verschiedene Weise:

„Rejoice – vor Freude und Begeisterung aus ganzem Herzen jubeln – so lautet das Motto von „CrimmitschauGospelt" am diesjährigen Pfingstwochenende. Wo Gottes Geist in Menschen wirkt, da wird das auch nach außen sichtbar. Die Freude des Heiligen Geistes steckt an, die von ihm entflammte Begeisterung verwandelt Menschen förmlich, die Musik ist dafür eine wunderbare Ausdrucksform.

Aber solche Verwandlung ist gleichzeitig auch eine Herausforderung: „Der Heilige Geist drängt zum Wandel, und wir sind bequem, sagte Papst Franziskus Mitte April in einer Predigt. Und weiter: „Um es klar zu sagen: Der Heilige Geist ist für uns eine Belästigung. Er bewegt uns, er lässt uns unterwegs sein, er drängt die Kirche, weiter zu gehen. Aber wir sind wie Petrus bei der Verklärung, ‚Ah, wie schön ist es doch, gemeinsam hier zu sein.' Das fordert uns aber nicht heraus. Wir wollen, dass der Heilige Geist sich beruhigt, wir wollen ihn zähmen. Aber das geht nicht. Denn er ist Gott und ist wie der Wind, der weht, wo er will. Er ist die Kraft Gottes, der uns Trost gibt und auch die Kraft, vorwärts zu gehen. Es ist dieses ‚vorwärts gehen', das für uns so anstrengend ist. Die Bequemlichkeit gefällt uns viel besser. Aus unserer Bequemlichkeit immer wieder aufzubrechen, dabei auch über unseren privaten, kirchlichen oder auch nationalen Tellerrand hinauszuschauen und aktiv zu werden, wo es notwendig ist – das ist die andere Seite des Heiligen Geistes, den wir zu Pfingsten feiern.

Doch es sind nicht immer die großen und spektakulären Dinge, in denen das Wirken des Heiligen Geistes erfahrbar wird. Von Mutter Teresa von Kalkutta stammt ein sehr schlichtes Wort: „Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.“ Wenn uns so etwas gelingt, dann dürfen wir ebenfalls sicher sein, dass in unserem Tun und Reden der Heilige Geist inwendig am Wirken war.

Ein gesegnetes Pfingstfest wünscht Ihnen
Ihr PfarrerMichael Gehrke

Liebe Schwestern und Brüder,

in diesen Tagen wird ein neuer Papst gewählt. Am 16. März tritt unser neuer Bischof Heiner Koch sein Amt an. Aus den beiden Pfarreien Werdau und Crimmitschau wird demnächst eine gemeinsame neue werden. In Crimmitschau steht der Umzug aus der alten in die neue St.-Franziskus- Kapelle bevor. Deshalb denken wir als Gemeinde jetzt darüber nach, wie wir dort in Zukunft auf neue Weise unseren Gottesdienst feiern werden. Und in allen katholischen Gemeinden Deutschlands wird ab 1. Advent dieses Jahres ein neues Gesang- und Gebetbuch eingeführt.

Soviel Neues auf einmal – das löst ganz unterschiedliche Reaktionen aus: Die einen jubeln: „Endlich mal was Neues in der Kirche!“ Andere kritisieren: „Das ist längst noch nicht genug Neues, es gibt noch so viel Veraltetes in der Kirche, das dringend erneuert werden müsste!“ Bei wieder Anderen löst das Neue Ängste aus: „Bisher war doch alles gut, warum auf einmal etwas Neues?“ Oder sogar: „Früher war auf jeden Fall alles besser!“

Zum Christsein gehört ein grundsätzlich positives Verhältnis dem Neuen gegenüber: In jeder Hl. Messe feiern wir den „Neuen Bund“, die ersten Christen nannten sich „Anhänger des neuen Weges“. Seinen Grund hat das in dem neuen Leben, welches Jesus in seiner Auferstehung von Gott geschenkt worden ist und welches er in der Taufe an uns weitergeschenkt hat.

Der italienische Renaissancemaler Raffaellino del Colle hat um 1530 dieses „neue Leben Christi“ mit großer künstlerischer Kraft in das Zentrum seines Auferstehungsgemäldes gestellt: Der auferstehende Christus entsteigt dem zerfallenden Grab, der Ort des Todes sieht auf einmal ganz schön alt aus. Und ebenso alt sehen die Soldaten aus, welche vor diesem neuen Leben entsetzt zurückweichen. Mit ihren Waffen stehen sie auch für die alte Weltordnung und für eine alte Lebensweise, die vom Recht des Stärkeren bestimmt wird. Das neue Leben des Auferstandenen hat keine Gewalt nötig – ohne Waffen und Rüstung ist er dennoch der Stärkere.

Zu Ostern feiern wir jedes Jahr dieses neue Leben des Auferstandenen als den Ursprung unseres christlichen Lebens und Glaubens. Dieses neue Leben von Ostern kann uns ermutigen, all das Neue, was derzeit im kirchlichen Leben geschieht, mit Freude und Hoffnung anzunehmen und gemeinsam weiterzuentwickeln. Gleichzeitig aber stellt das Osterfest auch klar, worauf es in der Kirche und im Glauben wirklich ankommt: Nicht auf einen neuen Papst oder Bischof, nicht auf ein neues Gotteshaus oder Gesangbuch und auch nicht auf alles mögliche andere Neue. Sondern auf das neue Leben, das Christus uns geschenkt hat und zu dem er uns auch in unserem Alltag beruft.

Das Wachsen von in diesem Sinne wirklich Neuem wünscht Ihnen für die österliche Zeit von Herzen

Ihr Pfarrer Michael Gehrke

Liebe Schwestern und Brüder,

„Den Glauben gemeinsam feiern – LITURGIA“ – so lautet das Jahresthema unseres Bistums für 2013. Liturgie umfasst die konkrete Art und Weise, wie wir als Gemeinde Gottesdienst feiern, ebenso wie die innere Beteiligung jedes Einzelnen daran. So ist dieses Jahr eine Einladung, die konkreten Abläufe in unseren Gottesdiensten miteinander zu reflektieren, Bewährtes von Erneuerungsbedürftigem zu unterscheiden und auch einmal Neues auszuprobieren. Gleiches gilt für die Formen der musikalischen Gestaltung, für den Umgang mit dem Wort Gottes oder für das gemeinsame Gebet. Dabei ist auch die Vielfalt der liturgischen Dienste, durch welche sich viele Gemeindeglieder an der Gestaltung unserer Gottesdienste beteiligen, ein großes Anliegen.

Ebenso ist die Frage bedeutsam, inwiefern unsere Art, die Liturgie der Kirche zu feiern, für das Glaubensleben jedes Einzelnen fruchtbar wird, und was unsere Gottesdienste bei Fern- und Außenstehenden bewirken, die diese erleben. Hier wird ein offener und intensiver Austausch untereinander wichtig sein. Einen wesentlichen Akzent erhält das „Jahr der Liturgie“ auch dadurch, dass zum 1. Advent 2013 in allen katholischen Gemeinden des deutschen Sprachraumes das neue Gesang- und Gebetbuch „Gotteslob“ eingeführt wird. Es löst nach fast 40 Jahren das bisherige „Gotteslob“ ab. Bereits im Laufe des Jahres werden wir uns mit diesem unserem neuen Gottesdienstbuch vertraut machen. Gleichzeitig werden dann voraussichtlich auch neue deutsche Übersetzungen der Eucharistischen Hochgebete vorliegen, durch die manches Altvertraute unserer Liturgie einen anderen Klang bekommen wird.

Für die Crimmitschauer Gemeinde bedeutet der Umzug in die neue St.-Franziskus-Kapelle auch die Herausforderung, die liturgischen Abläufe im Hinblick auf die ganz andere Raumgestalt unseres zukünftigen Gottesdienstraumes neu zu bedenken und zu entwickeln. So wünsche ich uns allen in diesem Jahr Gottes Heiligen Geist für unser gemeinsames Bemühen, den Glauben in der Liturgie so zu feiern, dass Gottes Gegenwart darin aufscheint und erfahrbar wird.

Ihr Pfarrer Michael Gehrke

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