Archiv

Liebe Schwestern und Brüder,

leitwort_2in diesen Wochen geht es wieder los: In den Geschäften "weihnachtet" es schon eine ganze Weile und auch sonst beginnen nun allerorten Vorbereitungen für "das Fest".

Für uns Christen sind diese Wochen in erster Linie Zeiten der Erwartung und des inneren Wachheit: Im November machen uns die letzten Wochen des alten Kirchenjahres aufmerksam auf die endgültige Ankunft Jesu Christi in unserer Welt und in unserem eigenen Leben. Die adventlichen ersten Wochen des neuen Kirchenjahres lassen uns dann - zurückblickend - hineinfühlen in das sehnsuchtsvolle Warten auf den Messias im alten Israel. Das ist die Sehnsucht, die Gott dann voller Liebe beantwortet hat mit der Meschwerdung seines Sohnes, mit "Weihnachten".

Dass wir alle wach werden für die Ankunft Gottes in unserem Leben und für seine Liebe, das ist mein vorweihnachtlicher Wunsch für unsere Gemeinde und für alle Menschen.

Pfarrer Michael Gehrke

Liebe Schwestern und Brüder,

das Wort DANKE möchte ich von ganzem Herzen an den Anfang dieses ersten "Franziskusboten" nach dem Weltjugendtag setzen: DANKE an alle, die im vergangenen Jahr in unserer Gemeinde unermüdlich in der Vorbereitung der "Tage der Begegnung" mitgearbeitet haben und die auf ganz unterschiedliche Weise dazu beigetragen haben, dass es am Ende so intensive und schöne Tage mit unseren litauischen Gästen werden konnten. DANKE an alle Quartiereltern, die so gastfreundlich ihre Wohnungen geöffnet haben. DANKE unteren Mitchristen in den evangelischen Kirchgemeinden, die diese Tage auf vielfältige Weise mitgetragen haben und mitgestaltet haben, so dass mit diesen Begegnungstagen hier in Crimmitschau auch eine sehr gute ökumenische Erfahrung verbunden ist. DANKE auch an die vielen Partner außerhalb der Kirchen, die uns im Blick auf diese Tage unterstützt haben und zu denen in der Vorbereitung ein Netzwerk guter Verbindungen gewachsen ist. DANKE auch allen, die diese "Tage der Begegnung" und den ganzen Weltjugendtag im persönlichen Gebet begleitet haben. Und diesen Dank darf ich auch von Seiten unserer litauischen Gäste weitergeben, in ihrer Sprache heißt das ACIU!

Die "Tage der Begegnung" haben frischen Wind in unsere Gemeinde gebracht, bereits die Vorbereitung haben viele Gemeindemitglieder auf neue Weise zusammen geführt. Seit einem knappen Jahr haben wir theoretisch über "Gemeinde im Aufbruch" diskutiert. Jetzt können wir wahrnehmen, was es für "Aufbrüche" bereits gegeben hat und wir können nun wohl auch ein offenes Ohr dafür bekommen, was für Aufbrüche Gott mit uns noch vor hat. So soll das Gespräch über "Gemeinde im Aufbruch" nun weiter gehen, auf der Basis der guten Erfahrungen der vergangenen Wochen. Und diese guten Erfahrungen sollen auch einfließen in die anderen Dinge, die vor uns liegen: in die beginnende Firmvorbereitung, die ja nicht nur die Privatangelegenheit einiger Jugendlicher und ihrer Familien ist, sondern die immer auch die ganze Gemeinde in ihrem Glauben herausfordert; in die alljährlich wiederkehrenden Ereignisse im Schuljahresablauf und im Kirchenjahr; ebenso auch in die ökumenischen Vorhaben in unserer Stadt.

Und natürlich wäre es auch schön, wenn aus der Bekanntschaft mit Bruder Vincentas und einigen Jugendlichen aus dem Erzbistum Kaunas etwas länger Dauerndes wachsen würde. Die Pläne zu einer ökumenischen Jugendfahrt nach Litauen im nächsten Sommer sind da ein erster guter Schritt.

Gottes Geleit und Segen wünscht uns und allen in diesen "Aufbrüchen"

Pfarrer Michael Gehrke

Liebe Schwestern und Brüder,

leitwort_1in den kommenden Monaten wird - ähnlich wie zuletzt im April - die Person und das Amt des Papstes im Mittelpunkt einen erhöhten Interesses stehen. Wenn Papst Benedikt XVI. im August erstmals seit seiner Wahl sein Geburtsland Deutschland besucht und wenn hunderttausende Jugendliche ihm beim Weltjugendtag in Köln begegnen werden, dann wird hierzulande sicher sowohl allgemein nach dem Sinn des Petrusamtes als auch nach Akzenten seiner konkreten Amtsführung gefragt werden. Besser als aus vielen Medienkommentaren lässt sich diese Frage aus den von ihm selbst zu Beginn seiner Amtszeit gesetzten Zeichen beantworten.

Eines davon ist sein Papstwappen, welches auf der Titelseite des aktuellen Franziskusboten Nr. 28 abgebildet ist. Als erstes fällt an diesem auf, dass die bisher übliche Bekrönung durch die Tiara entfallen ist, die dreistufige Krone des Papstes, mit der bisher immer auch ein weltlicher Herrschaftsanspruch ausgedrückt worden ist. Diese ist nun ersetzt durch eine Mitra, das Amtszeichen des Bischofs: Benedikt XVI. sieht sich also in erster Linie als Bischof und in der Gemeinschaft der Bischöfe. Die drei Streifen in dieser Mitra weisen auf sein dreifaches Amt als Priester, Prophet und Hirte der Gesamtkirche hin. Die hinter dem Wappenschild gekreuzten Schlüssel erinnern an die für das Petrusamt entscheidenden Worte Jesu im Matthäusevangelium (16,18-19): "Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde Die die Schlüssel des Himmelreichs geben ..." Dies ist der biblische Hintergrund für den Dienst eines jeden Papstes.

Auf dem Wappenschild selbst sind drei Motive aus der Zeit seines bischöflichen Dienstes in München-Freising: Der Freisinger "gekrönte Mohr" ist für Benedikt XVI. Ausdruck der Universalität der Kirche, die keine Unterschiede von Rassen und Völkern kennt. Der bepackte Bär stammt aus der Legende des Freisinger Gründungsbischofs Korbinian und ist darin dessen Lasttier auf seinem Weg nach Rom geworden - für Benedikt XVI. ist er Symbol seiner Bereitschaft, die Lasten seines römischen Amtes zu tragen. Und schließlich sehen wir die Muschel, das uralte Pilgersymbol: Wie bereits sein Vorgänger sieht auch der neue Papst sein weltweites Unterwegssein als einen "Pilgerweg" an, als ein Unterwegssein mit vielen "Mitpilgern" und "Mitpilgerinnen", offen für die Führung durch Gott und mit einem Ziel vor Augen: der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott.

Vielleicht kann das eine oder andere Motiv dieses Wappens ein Schlüssel zum Verstehen sein, wenn Sie in diesem Sommer "dem Papst begegnen", sei es als Kind im Thema der PKW, als Jugendliche live in Köln oder als Erwachsene in der einen oder anderen Fernsehsendung.

Einen gesegneten Sommer wünscht Ihnen von Herzen

Ihr Pfarrer Michael Gehrke

Pfingstlied heute (von Lothar Zenetti)

Die Wunder von damals müssen´s nicht sein,
auch nicht die Formen von gestern,
nur lass uns zusammen Gemeinde sein,
eins, soe wie Brüder und Schwestern,
ja, gib uns den Geist, Deinen guten Geist,
mach uns zu Brüdern und Schwestern!

Auch Zungen von Feuer müssen´s nicht sein,
Sprachen, die jauchzend entstehen,
nur gib uns ein Wort, darin Wahrheit ist,
das wir, was recht ist, verstehen,
ja, gib uns den Geist, Deiner Wahrheit Geist,
dass wir einander verstehen!

Ein Brausen vom Himmel muss es nicht sein,
Sturm über Völkern und Ländern,
nur gib uns den Atem, ein kleines Stück
unserer Welt zu verändern,
ja, gib uns den Geist, Deinen Lebensgeist,
uns und die Erde zu ändern!

Der Rausch der Verzückung muss es nicht sein,
Jubel und Gestikulieren,
nur gib und ein wenig Begeisterung,
dass wir den Mut nicht verlieren,
ja, gib uns den Geist, Deinen Heil´gen Geist,
dass wir den Mut nicht verlieren!

Eine gesegnete pfingstliche Zeit wünscht Ihnen von Herzen

Ihr Pfarrer Michael Gehrke

Liebe Schwestern und Brüder,

leitwort_4auf den ersten Blick hat mir das Bild auf der Titelseite einfach gefallen: Ein harmonisches Bild, in welchem ich die verschiedenen Kreise meines Lebens zu entdecken meint, das was und läuft ebenso wie das Halbfertige und Unvollkommene darin, zusammengehalten alles durch das Kreuz Christi, das Zeichen der Liebe Gottes. Aus diesem "ersten Blick" entsprang die eher spontane Entscheidung für das diesjährige Oster-Titelbild unseres "Franziskusboten".

Dann aber begann dieses Bild förmlich zu sprechen, immer weitere Tiefenschichten tauchten auf, eine Fülle von Themen, die wie eine große Einladung wirken, diese mit in die österliche Zeit hinein zunehmen, in die 40 Tag der vorösterlichen Fasten- und Passionszeit, in die Feier der Heiligen Woche und des Osterfestes, aber auch in die 50 Tage der österlichen Festzeit bis Pfingsten.

Irgendwann begann mich dieses Bild an das Logo des Weltjugendtages im kommenden Sommer zu erinnern: ähnliche Farben, ähnliche Linien, auch hier das Kreuz in der roten Farbe des Lebens als der zentrale Punkt. "Wir sind gekommen, um IHN anzubeten" – unter diesem Motto werden im August ein bis anderthalb Millionen Jugendliche aus aller Welt nach Köln pilgern, die Begegnung mit Christus und miteinander suchen, den Glauben feiern und ihre vielfältigen Lebenserfahrungen miteinander ins Gespräch bringen. Auf ihrem Pilgerweg werden in den Tagen vorher auch etwa Hundert von ihnen in unserer Gemeinde zu Gast sein und so auch uns als Crimmitschauer Gemeinde an diesem Weg teilnehmen lassen.

Ein weiteres Motiv tauchte in diesem Bild auf, als wir unser Thema für unseren Weg als Gemeinde durch die diesjährige Fastenzeit suchten: Im "Eucharistischen Jahr" lag es nahe, in diesen Wochen einmal dem besondere Aufmerksamkeit zu schenken, was wir Sonntag für Sonntag so selbstverständlich und meistens unreflektiert tun, nämlich der Feier der Eucharistie in der Heiligen Messe. Da wurde im Bild auf einmal das eucharistische Brot sichtbar, gewohnt in der runden Gestalt, aber ungewohnt in der Buntheit vielfältigen Lebens. Und hier markiert das tiefrote Kreuz das innerste Geheimnis unseres Glaubens: "Dein Tod, o Herr verkünden wir, und Deine Auferstehung preisen wir ...". Das bekennt die Gottesdienstgemeinde ja am Höhepunkt jeder Heiligen Messe als den Kern des ganzen Geschehens.

Und dann kippte meine Stimmung noch einmal völlig, als unser Titelbild bei einem weiteren Betrachten durchsichtig wurde hin auf die furchtbaren Bilder, die erst wenige Wochen zurückliegen: die vernichtende Urgewalt der Tsunamiwelle, in welcher Wassermassen die geordnete Menschenwelt durcheinander gewirbelt und mit Tod und Zerstörung überzogen haben. Auch dieses entsetzliche Leid, und damit verbunden für uns Christen sowohl die brutale Anfrage an unseren Glauben an einen liebenden Gott als auch die Herausforderung zur Hilfe und Solidarität mit den Opfern, auch diese Realität unserer Welt und unseres Lebens nehmen wir mit in die 40 Tage der Passionszeit, in unser Fragen, Beten und Handeln, und auch in unsere Feier des Ostergeheimnisses: Dass trotz allen Leides das Leben stärker ist als der Tod, dass das Kreuz Christi und seine Auferstehung Gottes Antwort ist in all unserem Leid und all unserer Not.

Dass es Ihnen gelingen möge, sich auf vielfältigen Wegen an dieses "Ostergeheimnis" heranzutasten, das wünscht Ihnen von Herzen

Ihr Pfarrer Michael Gehrke

Liebe Schwestern und Brüder,

leitwort_3„Auf dem Weg“ - so ist die Neujahrsmeditation aus der Feder des großen Theologen Karl Rahner auf der Titelseite überschrieben. Auf den unterschiedlichsten Wegen werden wir uns im neuen Jahr bewegen: Auf Wegen zur Arbeit oder in den Urlaub, auf Wegen zu einem lieben Menschen oder in eine schwierige Auseinandersetzung, auf Wegen zum Arzt oder zu alltäglichen Besorgungen ... Manche dieser Wege werden wir gemeinsam mit anderen Menschen gehen, auf anderen werden wir allein sein.

Auch vor uns als Gemeinde liegen im neuen Jahr viele Wege: Wege, die wir einzelnen Mitglieder unserer Gemeinde immer wieder aufeinander zu zu gehen haben: um voneinander zu wissen, um den Anderen verstehen zu können - gerade an den Punkten, wo er so ganz anders reagiert als ich, um in Verbindung miteinander zu bleiben. Das sind Wege, die am leichtesten dann fallen, wenn sie jeweils von beiden Seiten begangen werden, wenn wir innerlich bereit sind, immer wieder aufeinander zu zu gehen und auch den Anderen bei uns ankommen zu lassen. Dann wird es auch möglich sein, viele Wege miteinander zu gehen: in den Gottesdienst oder zu Gemeindefesten, in der Vorbereitung auf die großen Ereignisse dieses Jahres wie den Weltjugendtag oder im praktischen Bestehen von Alltagsproblemen.

Dabei werden neben dem äußerlich Wahrnehmbaren wie z.B. gemeinsamen Fahrten von Gemeindegruppen oder den symbolischen Wegen in unseren liturgischen Feiern auch die vielen stillen, verborgenen Wege ganz wichtig sein: zu der alten Bekannten, die nicht mehr aus ihrer Wohnung kommt, zu dem, den ich schon ewig nicht mehr gesehen habe, mit der Frage, die ich schon lange einmal stellen wollte. Wege aufeinander zu zu gehen und immer mehr auch miteinander zu gehen, das wird auch in der Ökumene der christlichen Gemeinden unserer Stadt eine Herausforderung sein, die im kommenden Jahr in manchen Bereichen neu vor uns steht, die aber auch auf vieles schon in den vergangenen Jahren Gewachsene aufbauen kann.

Dass wir bei all den unterschiedlichen Wegen, die wir allein oder miteinander im neuen Jahr gehen werden, auch „AUF DEM WEG“ sein mögen - auf unserer Lebensreise, die uns weiter bringt, die uns näher bringt dem Ziel unseres Lebens, die uns näher sein lässt dem Gott unseres Lebens, das ist mein Neujahrswunsch für unsere ganze Gemeinde.

Lasst uns, jeder einzeln und gemeinsam, auf dem Weg sein in diesem Jahr, mit dem Gold der Liebe, mit dem Weihrauch der Sehnsucht und mit der Myrrhe der Schmerzen, dem Stern folgend wie die Weisen, Auf dem Weg zur Begegnung mit dem Gott, der schon längst angekommen ist in unserem Leben.

Ein gesegnetes neues Jahr wünscht Ihnen von Herzen

Ihr Pfarrer Michael Gehrke.

Zum Herunterladen:

Stand: 20.07.2017

banner 1 preis