Quo vadis Piusheim-Verein? So stand es in der letzten Dezemberausgabe des Doppel:Punkt über der Einladung zur Mitgliederversammlung des Piusheim-Vereins.

Am 22.01.2017 und am 12.02.2017 fanden zwei ordentliche Mitgliederversammlungen des Vereins „Begegnungsstätte Piusheim e. V.“ statt. In der ersten Versammlung wurde konstruktiv über den eingebrachten Antrag des Vorstandes zur Liquidation des Vereins und der sich daraus ergebenden Folgen diskutiert. Anschließend stimmte die Mehrheit der anwesenden Vereinsmitglieder für die Umsetzung des Antrages. Dem Vereinsstatut gemäß muss eine Abstimmung zur Auflösung des Vereins innerhalb von vier Wochen von der Mitgliederversammlung bestätigt werden. Auch am 12.02.2017 stimmte die Mehrheit der anwesenden Vereinsmitglieder für die Vereinsauflösung. Im Sinne des Statuts und den damit verbundenen Regularien ist folgendes festzustellen: Der Verein „Begegnungsstätte Piusheim e.V.“ ist nach dem Willen der Mitglieder aufgelöst und wird zeitnah liquidiert.

20 Jahre Piusheimverein, was bedeutet nun dieser Schritt? Bedeutet er, dass nun keiner mehr für unser Gemeindehaus zuständig ist? Dass sich keiner mehr kümmert? Nein! Im Gegenteil, dieser Schritt ist wichtig und notwendig, damit wieder alle und ich meine Alle, in unserer Gemeinde den Blick, das Gespür, die Sorge und das Wollen für unser Haus bekommen. Der Piusheimverein war nie ein Instrument, um sich umfassend um das Haus zu kümmern. Eher war er eine Institution, der es gelingen sollte, in sich – aber auch mit allen anderen Gemeindemitgliedern gemeinsam – die Sorge um unser Piusheim zu tragen. Ein Gremium, dass das Geschenk, welches die Generationen vor uns mit dem Bau des Hauses uns überlassen haben, zu hüten, zu pflegen und zu bewahren.

Das ist dem Verein auch viele Jahre mit Unterstützung Vieler gelungen. Vielfältig waren die Aktionen und Gelegenheiten, bei denen sich die Mitglieder einbringen konnten. Aber auch die Menschen, die aus vielen Gründen nicht so aktiv bei uns sein konnten, haben durch ihre Gedanken, durch ihr Gebet einen wichtigen Beitrag für das Leben im Piusheim geliefert.

Bei all den Arbeiten, Feiern, Begegnungen, Aktionen: es war und es blieb aber auch immer ein bitterer Beigeschmack: „Piusheim? Kümmert uns nicht. Wir nutzen und benutzen das Haus und für alles andere haben wir ja den Piusheimverein!“ Diese nicht wegzudiskutierende Meinung mancher war und ist immer noch ein Bremsklotz für die Zukunft.

Der Piusheimverein war nie und wollte und konnte auch zu keiner Zeit Eigentümer des Hauses sein. Es war nur das Bestreben, dem Haus und der Gemeinde zu dienen und möglichst viele davon zu begeistern. Wie uns das allen in den letzten 20 Jahren gelungen ist, davon mache sich jeder ein Bild für sich.

Nun sind 20 Jahre vergangen, den Verein gibt es nicht mehr und nun ist es an uns Allen – der ganzen Gemeinde –, was aus dem Piusheim wird. Wird es weiterleben? Wird es baulich und gemeinschaftlich bestehen? Was ist uns das Haus wert?

Ich bin mir sehr sicher, dass es auch in Zukunft Menschen geben wird, die mit persönlichem Einsatz und mit Zeit weiter an dem Bestehen unserer Begegnungsstätte arbeiten wollen und werden. Das muss aber nicht unter dem Dach eines eigetragenen Vereins sein. Zu mannigfaltig sind die zeitlichen und finanziellen Aufwendungen, die man betreiben muss, um in unserer Gesellschaft einen „e.V.“ zu betreiben.

Zum Abschluss gestatten Sie mir noch einige persönlichen Worte: Ich durfte den Piusheimverein vor 20 Jahren mit einigen fleißigen Mitstreitern aus der Taufe heben. Wir gemeinsam haben viel geschafft und deshalb ist es mir ein Bedürfnis, mich bei allen zu bedanken, die die ganze Zeit sehr intensiv und engagiert mitgewirkt haben. Aber auch denjenigen gebührt mein Dank, die eher still in Gedanken und im Gebet bei uns waren. Ich danke allen, die mich diese 20 Jahre als Vereinsvorsitzenden getragen haben, meine Ideen angenommen und mich unterstützt haben.

In den letzten Monaten erlebte ich ein immer kleiner werdendes WIR „Piusheimverein“ ... und bin in der Hoffnung auf ein immer größer werdendes WIR „Gemeinde“!

Aus der Taufe gehoben und nun auch zu Grabe getragen, leicht ist das nicht gefallen, aber es ist notwendig für eine Zukunft unserer Begegnungsstätte Piusheim.

Mit den besten Wünschen für eine gute und erfolgreiche Zukunft und Gottes Segen für all unser Tun.
Andreas Neumann

Zum Herunterladen:

Stand: 23.04.2017

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