Die bisherige St.-Franziskus-Kapelle

Im Jahre 1926 kaufte die katholische Gemeinde von Crimmitschau die 1904 erbaute Villa des Textilfabrikanten Stephan in der Beckmannstraße 49 (heute Pestalozzistraße). Am 30. Januar 1927 wurde die darin im 1. Stock eingerichtete Kapelle „St. Franziskus von Assisi" durch Bischof Dr. Christian Schreiber geweiht. Von Beginn an war diese Kapelle als Provisorium bis zu einem richtigen Kirchenbau gedacht. 1949 erfolgte eine erste Renovierung, dabei gestaltete Friedrich Press den Altarraum mit Kreuz sowie den Figuren des heiligen Franziskus und einer Schutzmantel-Muttergottes neu aus.

Ein großer Umbau erfolgte 1963. Der Kirchenraum wurde um 180 Grad gedreht und erhielt ein modernes Aussehen. Gleichzeitig wurden die Kirchenbänke erneuert. Weitere Änderungen erfolgten nach dem 2. Vatikanischen Konzil. Nach der politischen Wende wurde das Pfarrhaus in den Jahren 1991 bis 1993 grundlegend renoviert. Dabei wurden die Räumlichkeiten neu gegliedert, eine abgeschlossene Pfarrer- sowie eine Gästewohnung entstanden. Im Keller wurden neue Gemeinderäume geschaffen.

Eine Weichenstellung für die Zukunft

Es gibt im Leben Situationen, in denen man die Chance hat, durch richtige Weichenstellungen in der Gegenwart die eigene Zukunft bewusst zu gestalten. Mehrere, auf den ersten Blick kaum zusammenhängende Fragestellungen – ein Kaufangebot für das Nachbargrundstück des Piusheims, der Pachtablauf für einen Teil des Pfarrhausgrundstückes, eine Diskussion zu grundlegenden Veränderungen im Kirchenraum (z. B. neue Belüftung oder ein barrierefreier Zugang) im Rahmen einer anstehenden Renovierung – hatten 2008 im Pfarrgemeinderat (PGR) den Blick auf die mittelfristige Zukunft unserer Gemeinde gelenkt. Es wurde überlegt, was für das Leben unserer Gemeinde in 10 – 15 Jahren realistisch zu erwarten sei. Damals gingen Pfarrer und PGR noch davon aus, dass eine Pfarreifusion mit der Nachbargemeinde Werdau erst um das Jahr 2020 erfolgen würde.

Eine grundsätzliche Überlegung zielte auf die perspektivische Konzentration des Crimmitschauer Gemeindelebens auf einem einzigen Grundstück. Die beiden Varianten „Pfarrhaus behalten und Piusheim aufgeben" oder „Piusheim behalten und Pfarrhaus aufgeben" wurden gründlich abgewogen und in der Gemeinde auf breiter Ebene diskutiert.

Das Ergebnis dieses Diskussionsprozesses lautete dann Mitte Januar 2009, dass das durch Zukauf vergrößerte Piusheimgrundstück der zukünftig einzige Standort des katholischen Gemeindelebens in Crimmitschau sein sollte; in diesem Zusammenhang plädierten die Gremien der Gemeinde und eine Gemeindeversammlung dafür, so bald als möglich dort eine neue St.-Franziskus-Kapelle als Ersatz für die bisherige Pfarrhauskapelle zu errichten. Im Februar 2009 bestätigte das Bischöfliche Ordinariat Dresden diese Grundsatzentscheidung vorbehaltlich der Klärung einer zukünftigen Pfarreistruktur in der Region; ein Kapellenneubau wurde für die Zeit um 2020 in Aussicht genommen.

Die Entscheidung zum Kirchenneubau in Crimmitschau

Im weiteren Verlauf des Jahres 2009 vollzog die Pfarrei den Kauf des Grundstücks Pestalozzistr. 43. Somit war der nötige Platz für einen Kapellenneubau geschaffen. Zusätzlich entwickelte sich das Zusammengehen mit der Nachbargemeinde „St. Bonifatius" in Werdau viel schneller als gedacht. Die bischöfliche Entscheidung, dass bereits ab dem Sommer 2011 nur noch ein Pfarrer für Werdau und Crimmitschau verantwortlich sein würde, führte ab Frühjahr 2009 zu einem schnelleren Vorantreiben der Baubemühungen. Die Notwendigkeit einer schnellen Verwirklichung des Kapellenneubaus ergab sich auch daraus, das die alte Pfarrkapelle bei perspektivisch nur noch einem Sonntagsgottesdienst in Crimmitschau nicht mehr ausreichen würde. In diesem Frühjahr startete auch offiziell die Spendensammlung in unserer Gemeinde, um mit den Spenden einen Teil der Bausumme abzudecken.

Der Pfarrgemeinderat rief eine Baukommission ins Leben, welche seit September mit großem Elan die Vorarbeiten für den Bau vorantrieb. Die Mitglieder der Baukommission reisten im Herbst 2009 durch das Bistum und nahmen Kirchenneubauten der jüngeren Zeit in Augenschein, auch im Gespräch über Materialien, Größen und Kosten mit den vor Ort für den Bau Verantwortlichen, u. a. in Zwickau-Planitz, Burgstädt und Markleeberg. Zahlreiche Gespräche mit den Verantwortlichen im Bischöflichen Ordinariat Dresden zu Fragen der Planung, des Zeitplans und der Finanzierung folgten.

Am 25. Mai 2010 wurde im Bischöflichen Ordinariat Dresden der offizielle Beschluss zum Neubau unserer St.-Franziskus-Kirche gefasst. Der Genehmigungsprozess hatte sich über 6 Monate hingezogen, da in Zeiten von Kirchenschließungen und knapper Kassen natürlich nur eine zukünftig sinnvolle und kostengünstige Entscheidung zu verantworten war.

Zwei Entwürfe entstehen – Baustart schon 2011?

Im Sommer 2010 beauftragte die Baukommission zwei Architekten mit der Erstellung je einer Studie für die neue Kirche. Im Vorfeld hatten die Baukommissionsmitglieder einen umfangreichen Anforderungskatalog erarbeitet. Diese Vorstellungen, Ansichten und Wünsche erläuterten die Mitglieder der Baukommission den beiden Architekten im persönlichen Gespräch. Der Pfarrgemeinderat diskutierte, welche Kunstwerke und Einrichtungsgegenstände mit in die neue Kirche übernommen werden sollten.

Im November 2010 präsentierten die beiden Architekten an zwei Abenden den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates, des Kirchenrates und der Baukommission ihre Entwürfe.Das Architekturbüro Bochmann entwarf die neue Kirche als schlichten quadratischen Bau in Form einer Langhauskirche, die diagonal in der quadratischen Grundfläche mit ansteigender Firstlinie vom Eingang zum Altarraum lag.

Der Architekt Helge Meerheim zeigte einen quadratischen Zentralbau, auf dem ein weiterer Kubus leicht verdreht aufgesetzt war. Ein Glockenturm war in beiden Entwürfen nicht vorgesehen.

Das große Leitungsgremium aus Pfarrgemeinde- und Kirchenrat sowie der Baukommission beriet am 6. Dezember 2010 in einer gemeinsamen Sitzung über die beiden Entwürfe und fasste schließlich mit großer Mehrheit den Beschluss, den vom Chemnitzer Architekturbüro Bochmann eingereichten Entwurf zur Grundlage für die weitere Bauplanung zu machen.

Eine längere Planungsphase – Baubeginn doch erst 2012

In enger Zusammenarbeit mit der Baukommission verfeinerte das Architekturbüro im Laufe der ersten Hälfte des Jahres 2011 den Entwurf immer weiter. Die Außenansicht veränderte sich bis auf Kleinigkeiten nicht weiter. Im Inneren gab es allerdings eine große Veränderung: der Kirchenraum wurde nun nicht mehr als Langhauskirche geplant, sondern als quadratischer Raum mit dem Altarbereich in der südöstlichen Gebäudeecke und drei darum halbkreisförmigangeordneten Bankblöcken – als sogenannte „Circumstantes"-Anordnung („um den Altar versammelte Gemeinde"). Zusätzlich zum Kirchenraum wurden ein Kindergottesdienstraum mit Beichtecke, ein Sanitärbereich, die Sakristei sowie ein Technikraum in das feststehende Grundmaß des Kirchengebäudes von 20 m x 20 m eingefügt.

Während der fortschreitenden Planungsphase wurde sehr bald deutlich, dass der zunächst angestrebte Kostenrahmen von 500.000 € trotz aller Abwägungen und vieler Kompromisse nicht zu halten war. Dankenswerter Weise stockte das Bistum seinen Kostenanteil auf, so dass nun mit einer Bausumme von 670.000 € geplant werden konnte. Allerdings war darin keine Innenausstattung enthalten – diese sollte entsprechend der zusätzlichen Spendenbereitschaft der Gemeinde gestaltet werden.

Bereits im Januar und März 2012 wurde der bevorstehende Baustart auf dem Piusheimgelände deutlich sichtbar: Die Bäume vor dem Piusheim wurden gefällt und eine neue provisorische Zufahrt zum Piusheim angelegt.

Zum Herunterladen:

Stand: 08.12.2017

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